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APA-Artikel 24. Juni 2013

D: Gesundheitsminister wollen Standards für ausländische Ärzte

Deutschland muss den Ärztemangel mit ausländischen Medizinern ausgleichen. Doch bei der Sprache hapert es oft - und das kann für Patienten ein echtes Problem werden.

Die Gesundheitsminister der Länder wollen einheitliche Qualifikationsstandards für ausländische Ärzte in Deutschland festlegen. "Was uns etwa immer wieder Sorgen bereitet, ist das Sprachniveau einiger Ärzte", sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) der dpa in Hannover. Unter den Fachministern der Länder herrsche deswegen bereits vor ihrer am Mittwoch beginnenden Konferenz in Potsdam die einhellige Meinung, dass ausländische Ärzte mindestens ein fortgeschrittenes Sprachniveau haben müssten, um in Deutschland als Mediziner arbeiten zu dürfen.

"Es muss einfach sicher gestellt sein, dass die Kommunikation mit den Patienten reibungslos klappt", sagte Rundt. Dies sei schon für Muttersprachler nicht einfach, da viele Patienten häufig selbst nicht sicher benennen könnten, was mit ihnen los sei. "Ansonsten besteht die Gefahr, dass ein Patient Zahnschmerzen hat, bei dem Arzt aber etwas ganz anderes ankommt."

Diskutiert werde auch, ob es zusätzliche Schulungen für Patientengespräche, Arztbriefe, die Dokumentation der Untersuchungsergebnisse oder rechtssichere Patientenaufklärung geben müsse. Derzeit sei dies in den Bundesländern noch sehr unterschiedlich geregelt. "Das sehen wir schon bei uns in Niedersachsen", sagte Rundt. Bei einem Projekt mit der Medizinischen Hochschule Hannover werden ausländische Ärzte kostenfrei für ihre Arbeit geschult.

Kosten für die Fortbildungsmaßnahmen und für verlangte Sprachprüfungen solle der Bund übernehmen, sagte die niedersächsische Sozialministerin. Darüber herrsche Einigkeit unter den Ländern. Die ausländischen Ärzte sollten dafür nicht zahlen müssen. "Wir brauchen eine positive Willkommenskultur, denn es ist ganz wichtig, dass wir ausländische Ärzte in Deutschland haben." Ohne Fachkräfte aus anderen Ländern sei die medizinische Versorgung nicht mehr sicherzustellen.

apa.at

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