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APA-Artikel 21. Juni 2013

Steiermärkische Gebietskrankenkasse hofft im Tarifstreit mit dem Roten Kreuz auf Sieg der Vernunft

Während sich andere Krankentransportunternehmen längst mit der STGKK geeinigt haben, will das Rote Kreuz offensichtlich unbedingt einen vertragslosen Zustand ab 1. Juli 2013 herbeiführen. STGKK-Obmann Josef Pesserl bedauert diese Vorgangsweise: "Wir schlagen keine Türen zu und hoffen bis zuletzt auf einen Sieg der Vernunft. Dennoch muss klar und deutlich betont werden: Nicht die STGKK, sondern das Rote Kreuz will einen Teil der Kosten auf die Bevölkerung abwälzen."

Im Gegensatz zum Roten Kreuz war die STGKK stets um eine sachliche Diskussion bemüht. Hier die wesentlichsten Fakten im Überblick:

  • Die Zuständigkeit für die Aufrechterhaltung eines funktionierenden Rettungs- und Krankentransportwesens liegt gesetzlich bei Ländern und Gemeinden. Die Sozialversicherung bezahlt aber jetzt schon rund das Dreifache dessen, wofür sie gesetzlich zuständig ist. Dafür wurde sie vom Rechnungshof auch prompt gerügt.
  • Dennoch hat die Kasse für Transporte ohne zusätzlichen Sanitäter eine weitere Tariferhöhung um 10,29 Prozent angeboten. Für Transporte mit zwei Sanitätern wurde eine Erhöhung von 3,08 Prozent offeriert. Auch dieses sehr weitreichende Angebot wurde vom Roten Kreuz abgelehnt.
  • Der Tarif für einen Patiententransport mit zwei Sanitätern ist doppelt so hoch wie jener für einen Transport, der ausschließlich mit dem Fahrer - der ebenfalls Sanitäter ist - durchgeführt wird. Es ist mit medizinischen Argumenten kaum nachvollziehbar, warum das Rote Kreuz fast 90 (!) Prozent aller Fahrten mit zwei Sanitätern durchführt.
  • Die Gesamtausgaben der STGKK für das Rettungs- und Krankentransportwesen liegen im Pro-Kopf-Vergleich über dem österreichweiten Durchschnitt. Die Tarife wurden in den vergangenen Jahren daher aus gutem Grund nur einmal angehoben.
  • Nur das Rote Kreuz erhält aus öffentlichen Mitteln den so genannten "Rettungs-Euro" - immerhin sieben Euro pro Jahr für jede Einwohnerin und jeden Einwohner der Steiermark. Die anderen Krankentransportunternehmen bekommen diesen Zuschuss nicht, haben aber trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen einen Vertrag mit der STGKK abgeschlossen. Vom Roten Kreuz wird dieser Vertrag zu Lasten der Patientinnen und Patienten abgelehnt.

Obmann Pesserl: "Im Sinne der steirischen Bevölkerung appelliere ich an die Verantwortlichen des Roten Kreuzes, das Angebot der STGKK anzunehmen. Es ist spät, aber noch nicht zu spät."

apa.at

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