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APA-Artikel 21. Juni 2013

Wechselberger: ELGA soll über bewährte IT-Struktur laufen (2)

Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Artur Wechselberger, forderte Freitag im Rahmen des 127. Österreichischen Ärztekammertages in Baden, den elektronischen Gesundheitsakt (ELGA) über das bestehende, gemeinsame elektronische Netz von Sozialversicherungen und ÖÄK laufen zu lassen. Dieses habe sich als leistungsfähige IT-Struktur bewährt und gewährleiste höchstmögliche Sicherheitsstandards. Zudem wäre damit sichergestellt, dass die Bedürfnisse der Anwender im Vordergrund stünden und nicht die kommerziellen Interessen von IT-Unternehmen.

 

Bereits 2004 haben Österreichische Ärztekammer und Hauptverband der Sozialversicherungen gemeinsam die PeeringPoint GmbH gegründet. Sie stellt die Infrastruktur für die elektronische Kommunikation zwischen Ärzten, Spitälern, Krankenkassen und Apotheken bereit und wäre bestens geeignet, auch die ELGA-Transaktionen abzuwickeln. Ein Kanal dieses Netzes dient seit 2005 dem Austausch der e-Card-Informationen.

 

Weiters wies Wechselberger auf die zahlreichen Initiativen der Ärzteschaft zur Sicherung der medizinischen Qualität und zur Hebung der Patientensicherheit hin: Bis heute hat die Akademie der Ärzte rund 30.000 Diplome im Rahmen des kontinuierlichen ÖÄK-Diplom-Fortbildungsprogrammes ausgestellt, 11.300 Prüfungen zum Arzt für Allgemeinmedizin und 7.300 Facharztprüfungen abgenommen. Seit 2006 wurden 28.000 Ordinationen von der Österreichischen Gesellschaft für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der Medizin GmbH (ÖQMed) auf die Einhaltung von Qualitätskriterien überprüft. Mit dem Österreichischen Qualitätsmanagementsystem (ÖQM(R)) hat die Gesellschaft ein Unterstützungstool für die Selbstevaluierung der Praxen geschaffen. Die Plattform verzeichnet per Ende Mai nicht weniger als 73.205 Besuche von mindestens 20 Minuten Dauer und 57.269 Downloads. Darüber hinaus wurde nach internationalem Vorbild ein Fehlermelde- und Lernsystem (CIRS) für medizinische Einrichtungen entwickelt. Bis dato wurden 296 Berichte über Fehler oder Beinahe-Fehler mit 186 Leserkommentaren veröffentlicht, 116.181 Mal wurde auf das Lernmodul zugegriffen.

 

"Diese Zahlen zeigen die Selbstverständlichkeit und große Ernsthaftigkeit, mit der die österreichischen Ärztinnen und Ärzte ihre Verpflichtung zu Fortbildung und Qualitätsmanagement wahrnehmen", sagte Wechselberger. Es sei Aufgabe der Ärztekammer, die zahlreichen Aktivitäten zu bündeln und zu strukturieren, "was ihr gemessen an den vielen positiven Reaktionen und Präsentationseinladungen aus dem Ausland auch gelingt".

 

Die operative Ebene der ärztlichen Fortbildung, des Qualitätsmanagements, der elektronischen Kommunikation und der medialen Aufbereitung hat die ÖÄK in eigene Tochterunternehmen ausgelagert, "die hinsichtlich Fachkompetenz und Logistik in Österreich mittlerweile einmalig sind", so Wechselberger. Das vielfältige Engagement der Ärztekammer diene den Interessen der Öffentlichkeit wie auch der Ärzte und leiste so einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft, was in gesundheitspolitischen Diskussionen manchmal unter den Tisch falle, kritisierte Wechselberger. Und selbstverständlich sorge ein straffes und effizientes Management darüber hinaus für den schonenden Umgang mit Ressourcen.

apa.at

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