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APA-Artikel 20. Juni 2013

Ärzte wollen bessere Ausbildung, kürzere Dienste und mehr Geld

Die österreichischen Ärzte wünschen sich eine längere Praxisausbildung, kürzere Dienste und bessere Bezahlung. Bekräftigt wurden die bekannten Forderungen anlässlich des Ärztekammertags, der am Donnerstag und Freitag in Baden bei Wien mit bis zu 120 Delegierten über die Bühne geht. Sollte die Politik den Ärzten nicht entgegenkommen, drohe ein Ärztemangel, hieß es in mehreren Aussendungen.

Rationalisierungen bei der Gesundheitsversorgung sind für Ärztekammerpräsident Artur Wechselberger prinzipiell "undenkbar". Er will mehr Geld aus den öffentlichen Kassen für die Ärzte. Erneut kritisiert wurde von den Medizinern die von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) geplante Novelle zur Ärzteausbildung. Die darin vorgesehene Praxisausbildung von sechs Monaten sei zu kurz. Gefordert wird ein Jahr. Außerdem müsse verankert werden, dass angehende Allgemeinmediziner ihre Lehrzeit auch in einer Praxis für Allgemeinmedizin zu absolvieren haben. Derzeit kann die Praxiszeit auch in einem Spital verbracht werden. Die Politik möge weiters Maßnahmen "gegen die zunehmend familienfeindliche Work-Life-Balance" vor allem von Landärzten setzen.

Auch für die Spitalsärzte fordert die Ärztekammer Verbesserungen: 160 Turnusstellen seien in Österreich nicht besetzt. Ärztemangel und Versorgungsdefizite drohten, so Ärztekammerfunktionär Harald Mayer. Er forderte "attraktivere Arbeitsbedingungen für Spitalsärzte, eine leistungsgerechte Entlohnung und die Besetzung vakanter Stellen". Viele Krankenhausmediziner litten an "dem Teufelskreis aus überlangen Diensten, Übermüdung und Demotivation". Besonders schlimm sieht Mayer die Situation in Spitälern, in denen gespart werde. Um eine Abwanderung von jungen Ärzten ins Ausland zu verhindern, forderte Mayer eine Erhöhung der Ärztegehälter.

apa.at

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