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APA-Artikel 20. Juni 2013

FPÖ-Karlsböck: Wiener AKH droht Chaos durch Ende der Betriebsvereinbarung

"Mit 1. Juli endet die Betriebsvereinbarung (BV) zwischen AKH und Wissenschaftsministerium, die die Arbeitszeiten der Ärzte regelt. Das Auslaufen dieser BV bringt massive Verschlechterungen in Österreichs erster Uni-Klinik und wird sowohl auf die Versorgung der Patienten als auch auf die Forschung merkbar negativen Einfluss haben", so der freiheitliche Ärztesprecher NAbg. Dr. Andreas Karlsböck. "Damit hat Österreich eine neue Errungenschaft der stögerschen Gesundheitsreform: Chaos in Österreichs Vorzeigeklinik", kritisierte Karlsböck die "Experimente" der rot-schwarzen Koalition.

Für die Versorgung der Patienten bedeute die auslaufende BV weniger Ärzte, da weniger Dienstposten vorgesehen seien und schlechtere Versorgung außerhalb der Normdienstzeiten, da auch weniger Nachtdienste gemacht werden dürften, befürchtet Karlsböck die nächste medizinische Unterversorgung nach den bereits vollzogenen Einsparungen der AUVA-Unfallspitäler. So plane Rektor Schütz die Ausdehnung der Normalarbeitszeiten bzw. Gleitzeiten bis spät in die Nacht.

Seien die Arbeitsbedingungen bereits heute derart unattraktiv, dass im AKH an manchen Stellen Nachwuchsmangel herrsche und manche Posten nur mit größter Mühe nachbesetzt werden könnten, so werden die Ideen von Rektor Schütz diesen Mangel noch massiv verstärken, befürchtet Karlsböck.

Auch die Forschung komme bei den neuen Arbeitszeitregelungen viel zu kurz. "Wann soll jetzt im AKH geforscht werden? Nach der Dienstzeit um Mitternacht?", zeigte Karlsböck die Unsinnigkeiten auf, die ausgerechnet das Wissenschaftsministerium zu verantworten habe.

Abgesehen von den auch massiven finanziellen Nachteilen für Ärzte (allgemein werden bis zu 40% Einkommensverluste befürchtet), Patienten und Forschung werde es keine Einsparungseffekte geben, da das EDM (elektr. Dienstmanagement) erst teuer umprogrammiert werden müsse, was Kosten in Millionenhöhe verursachen werde, zeigte Karlsböck auf, der betonte, dass Nachtdienste nicht einsparen werden dürfen und bessere Arbeitsbedingungen für das hochqualifizierte Personal im AKH geschaffen werden müssen. "Es kann nicht sein, aufgrund des im AKH herrschenden Kompetenz-Wirrwars unser international hoch geachtetes Vorzeige-Spital derart herunterwirtschaftet", so Karlsböck, der ganz im Gegenteil eine Aufstockung der Mittel forderte.

apa.at

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