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APA-Artikel 18. Juni 2013

Anhörung zu Zuteilung der Herztransplantationen eröffnet

Das jahrelange Ringen darum, welche Spitäler Herzen transplantieren dürfen, könnte bald ein Ende haben. Das zuständige Gremium der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren hat ein Anhörungsverfahren zur Neubeurteilung der Leistungszuteilungen eröffnet, wie aus dem Bundesblatt vom Dienstag hervorgeht.

Bei den Organtransplantationen und vier weiteren Bereichen der Spitzenmedizin muss dieses Jahr neu geregelt werden, wie sie künftig auf die Schweizer Spitäler und Zentren verteilt werden soll. Die aktuelle Regelung, über die 2010 entschieden worden war, ist bis Ende 2013 befristet.

Spitäler, Kantone und weitere Betroffene haben bis am 2. August Zeit, zu den Empfehlungen des Fachorgans für hochspezialisierte Medizin (Fachorgan HSM) Stellung zu nehmen. Das 12-köpfige Expertengremium aus in- und ausländischen Ärzten hatte die Empfehlungen Anfang Juni in einem Bericht festgehalten, den nur die Betroffenen erhalten sollen.

Von besonderer Brisanz dürfte der Entscheid zur Herztransplantation sein. 2010 hatten die Kantone beschlossen, dass spätestens Ende 2013 ein Konzentrationsentscheid für höchstens zwei Standorte fallen soll. Bisher werden in den Unispitälern von Zürich, Lausanne und Bern Herzen transplantiert.

Im Wettbewerb um Herztransplantationen haben sich Bern und Zürich bereits in Stellung gebracht: Das Zürcher Universitätsspital (USZ) bezieht am 1. Oktober 2013 sein neues Herzzentrum in einem eigens eingerichteten Spitaltrakt. Das Berner Inselspital kündigte im März an, bis 2020 ein neues Zentrum für Herz- und Gefässmedizin zu bauen.

Zweites Zentrum für Protonentherapie?

Laut einem weiteren Beschluss von 2010 soll dieses Jahr zudem entschieden werden, ob ein zweites Zentrum für die gegen Krebs eingesetzte Protonentherapie gebildet werden soll. Momentan wird diese nur vom Paul Scherrer Institut (PSI) angeboten.

Eine Ausweitung könnte auch den gordischen Knoten bei den Herztransplantationen lösen, hiess es 2010: Wer die Herztransplantationen verliert, könnte im Gegenzug die Protonentherapie erhalten.

Neu beurteilt werden die Leistungszuteilungen nicht nur in den Bereichen Protonentherapie und Organtransplantationen bei Erwachsenen, sondern auch in den Bereichen Allogene Stammzelltransplantationen bei Erwachsenen, Cochlea-Implantate (Hörprothesen für Gehörlose) und Behandlung schwerer Verbrennungen bei Erwachsenen.

Die Interkantonale Vereinbarung über die Spitzenmedizin (IVHSM) war Anfang 2009 in Kraft getreten. Diese bestimmt, dass das HSM Beschlussorgan anstelle der Kantonsregierungen für Leistungen der hochspezialisierten Medizin eine Spitalliste erstellt. Mit dem Konkordat sollen die Standorte für die Spitzenmedizin künftig kantonsübergreifend geplant werden.

apa.at

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