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APA-Artikel 17. Juni 2013

Psychologengesetz - "Runder Tisch" am Montag im Parlament

Nach scharfer Kritik der Psychiater und Psychotherapeuten am vom Gesundheitsministerium geplanten neuen Psychologengesetz kommt es nun am Montag zu einem von den Berufsgruppen geforderten "Runden Tisch" mit der Politik im Parlament. Am Mittwoch habe Gesundheitsminister Alois Stöger (S) noch zugesagt, dass die Novelle nicht durchgepeitscht, sondern "ordnungsgemäß" eingebracht wird (also inklusive Begutachtungsfrist), sagte die Präsidentin des Verbands der Psychotherapeuten, Eva Mückstein, gegenüber der APA. Am Freitag wurde das Gesetz dann aber via Initiativantrag im Nationalrat eingebracht - ein Vorgehen, dass beim Verband Verärgerung hervorgerufen hat.

Der von den Gesundheitssprechern von SPÖ und ÖVP eingebrachte Initiativantrag sei als "Trägerrakete" zu verstehen, glaubt Mückstein - "um das Gesetz auf jeden Fall noch in dieser Legislaturperiode beschließen zu können". Sie hofft jedenfalls, dass es in den Verhandlungen am Montag Vormittag "Einsicht gibt "keine Alibi-Aktion sind und die Meinungen der Experten ernsthaft gehört und eingearbeitet werden", so die Präsidentin.

Die wichtigste Forderung der Psychotherapeuten und der Ärzte ist jene nach einer klaren Trennung zwischen klinisch psychologischer Behandlung und der Psychotherapie, dies sei die "Kernforderung". Außerdem müsse der im Entwurf festgeschriebene "Tätigkeitsvorbehalt" für klinische-psychologische Diagnostik fallen. Dieser sieht vor, dass nur mehr Psychologen die klinische Diagnostik machen dürfen - "ein Unding", so Mückstein, denn bisher stellen auch Ärzte und Psychotherapeuten klinische Diagnosen.

SP-Gesundheitssprecherin Sabine Oberhauser, die zu der Runde eingeladen hatte, versicherte gegenüber der APA, dass man auf die Bedenken der Betroffenen Rücksicht nehmen werde. Sie räumte ein, dass einige Formulierungen derzeit noch missverständlich formuliert sind. Es gehe lediglich darum, die Bereich in zwei Gesetze zu trennen (bisher sei alles in einem Gesetz geregelt gewesen); Kompetenzen von Berufsgruppen sollen auf keinen Fall beschnitten werden, sagte sie. Im Grunde ist von der Politik nichts anderes gewollt, als den Status quo festzuschreiben. Auch die Sorge, dass nur mehr klinische Psychologen die Diagnostik erstellen dürfen, sei unbegründet - ein derartiges Vorhaben wäre auch "völlig verfehlt", so Oberhauer. "Es soll so bleiben wie bisher , aber jetzt sind einige Passagen noch relativ ungeschickt formuliert", so die Gesundheitssprecherin.

apa.at

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