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APA-Artikel 14. Juni 2013

Der Mensch im Zentrum der Pflegewissenschaft: "Elisabeth Seidl Preis" zum 3. Mal im Campus Rudolfinerhaus vergeben

Zum dritten Mal wurde der "Elisabeth Seidl Preis" am 13. Juni ab 16:30 Uhr im Festsaal des Campus Rudolfinerhaus für herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus der Pflege vergeben. Die Hauptpreise gingen an Mag. Eva-Maria Jud für ihre Magisterarbeit an der Universität Wien und an Roxane Gholami, BScN, für die Bachelorarbeit an der Paracelsus Medizinischen Universität Salzburg in Kooperation mit dem Campus Rudolfinerhaus. Die Hauptpreise sind mit 1.000 Euro (Magisterarbeit) beziehungsweise 500 Euro (Bachelorarbeit) dotiert. Die insgesamt fünf Zweitgereihten erhielten Urkunden. Den Festvortrag vor den Preisträgerinnen und dem Preisträger sowie ihren Angehörigen, Kolleginnen und universitären Betreuerinnen hielt Univ. Prof. Dr. Elisabeth Seidl - Namensgeberin und zugleich Vorstandsvorsitzende des Rudolfiner-Vereins - Rotes Kreuz. Die Würdigung der Arbeiten übernahm wieder Priv. Doz. Mag. Dr. Berta Schrems.

Das Besondere am "Elisabeth Seidl Preis" ist, dass nur Arbeiten ausgezeichnet werden, die aktuelle Pflegethemen aus Sicht der Patientinnen und Patienten und ihrer Angehörigen behandeln. "Wir brauchen Menschen und Institutionen in der Pflege, die pionierhaft Entwicklungen vorantreiben und damit Leuchtfeuer entzünden, um die kommenden großen Herausforderungen bewältigen zu können", betonte Univ. Prof. Dr. Elisabeth Seidl.

Eingereicht können Abschlussarbeiten für den Magister-/Master- und Bachelor-Grad der Pflegewissenschaft werden, die sich wissenschaftlich mit den persönlichen Bedürfnissen Betroffener befassen und Lösungsansätze zur Verbesserung der Betreuung im Pflege-Alltag aufzeigen.

Magister-/Master-Arbeiten: der erste und die drei zweiten Preise

Mag. Eva-Maria Jud, diplomierte Kinderkrankenschwester im SMZ-Süd, befasste sich in ihrer Magisterarbeit mit der Frage, wie man Eltern von neurologisch beeinträchtigten Kindern am besten bei der Entscheidung für die Umstellung auf eine künstliche Ernährung mittels Sonde unterstützen kann. Leider sind Ernährungs- und Fütterungsprobleme bei diesen Kindern häufig und es droht eine Unterernährung. Als wichtig für den Entscheidungsprozess haben sich der Faktor Zeit, umfassende Informationen aus verschiedenen Quellen und der Dialog mit anderen betroffenen Eltern herausgestellt. Eine große Hilfe kann eine kompetente begleitende Beratung durch das Pflegepersonal sein - auch für die Zeit mit der Ernährungssonde.

Mag. David Blocher, diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger an der AKH-Kinderklinik, ging der nicht weniger spannenden Frage nach, welche Unterstützung Eltern benötigen, um den Tod eines Kindes zu bewältigen. Er zeigt Bewältigungsstrategien der Eltern und darauf aufbauend die Rolle der Pflege in diesem Prozess auf. Blocher schlägt die Erarbeitung eines Interventions-Modells für Pflegende und die Aufnahme der Erkenntnisse in die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege vor.

Mag. Anett Schefcik, diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester an der internistischen Intensivstation am SMZ-Süd, erforschte die Bedürfnisse der Eltern von Kindern auf einer neurologischen Frührehabilitations-Station. Ihr Ziel in dieser absoluten Ausnahmesituation war es, sowohl Kinder als auch Eltern bestmöglich mit einer familienorientierten Pflege zu unterstützen. Wichtig für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit sind die Infrastruktur, aber auch die offene und ehrliche Kommunikation zwischen Eltern und dem Personal sowie die individuelle Gestaltung der Rolle der Eltern im Behandlungsprozess.

Mit einem weiteren zweiten Preis und einer Urkunde gewürdigt wurde die Auseinandersetzung von Mag. Susanne Speigner, diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester und Mitarbeiterin beim "Pflegenetz - Das Magazin für die Pflege". Speigner analysierte die Unterstützung, die Menschen nach einer Beinamputation bekommen und identifizierte Versorgungslücken. Zum Beispiel finden viele Maßnahmen wenig strukturiert oder zufällig statt. Sie empfiehlt eine weiterführende Befragung des Pflegepersonals und sieht ihre Arbeit sowohl als Beitrag, um diese Patientinnen und Patienten besser zu verstehen, als auch als Anregung für die Gestaltung der zukünftigen Versorgung.

Alle Arbeiten wurden vom Institut der Pflegewissenschaften der Universität Wien betreut.

Bachelor-Arbeiten: der erste und die zwei zweiten Preise

Roxane Gholami, BScN, Absolventin vom Campus Rudolfinerhaus, überzeugte die Jury mit der Analyse der Kommunikationsstrategien bei Sprachstörungen nach einem Schlaganfall. Zeit und Geduld, Kreativität, Einfühlungsvermögen und geeignete Kommunikationsmittel sowie das Einbeziehen der Angehörigen in den Pflegealltag sind wichtig. Sie wurde von der Paracelsus Medizinischen Universität Salzburg betreut.

Mit Urkunden ausgezeichnet wurden Laura Kinsperger und Elisabeth Paster für ihre Abschlussarbeiten des Kombistudiums Pflege an der UMIT. Die Bachelorarbeit von Laura Kinsperger, BScN von der Pflegeakademie der Barmherzigen Brüder Wien, befasst sich mit einem weitverbreiteten und vielschichtigen Problem: der Akzeptanz (Adhärenz) und verschreibungskonformen Medikamenteneinnahme bei Menschen, die älter als 65 Jahre sind. Es wird angenommen, dass die Hälfte älterer chronisch Kranker Probleme mit der korrekten Medikamenteneinnahme hat. Um eine evidenzbasierte Pflegepraxis zu ermöglichen, bedarf es weiterführender pflegewissenschaftlicher Forschung.

Elisabeth Paster, BScN vom Vinzentium - Barmherzige Schwestern Linz, legt die umgebungs- und pflegebedingten Belastungen von Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen (ICU) dar und beschreibt Lösungsansätze. Je mehr das Pflegepersonal darüber Bescheid weiß, was alles, die sich ohnedies in Extremsituationen befindenden Intensiv-Patientinnen und Patienten zusätzlich belastet, umso angenehmer kann der Aufenthalt gestaltet und die Genesung unterstützt werden.

Die Arbeiten können ab 14. Juni auf der Website http://www.ots.at/redirect/elisabeth-seidl-preis1  gelesen bzw. herunter geladen werden.

Zu den weiteren Gratulanten zählten Ruth Deutsch-Hohberg, MAS, Pflegedirektorin des Rudolfinerhauses, Mag. Barbara Harold, MBA, Studiengangs-Leiterin und Direktorin Campus Rudolfinerhaus, Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes, Univ. Prof. Mag. Dr. Hanna Mayer, Vizedekanin der Fakultät für Sozialwissenschaften und Vorständin des Instituts für Pflegewissenschaft.

Fotolink: http://www.rudolfinerhaus.at/de/presse/pressemitteilungen.html

Das Rudolfinerhaus. Die erste Adresse für Ihre Gesundheit. www.rudolfinerhaus.at

Der Rudolfiner-Verein - Rotes Kreuz zählt mehr als 200 Mitglieder und fungiert als Trägerverein der Rudolfinerhaus Privatklinik GmbH und des Campus Rudolfinerhaus. Präsident ist Univ.-Prof. Dr. Ernst Wolner. Aufgabe des Campus Rudolfinerhaus sind die Aus- und Weiterbildung des Pflegepersonals - im Speziellen der Bachelorstudiengang Gesundheits- und Krankenpflege.

Die Rudolfinerhaus Privatklinik GmbH wurde 1882 von Theodor Billroth, einem der bedeutendsten Ärzte der Wiener Medizinischen Schule, als Lehrkrankenhaus für die Pflegeausbildung gegründet.

Heute genießt das Rudolfinerhaus als Krankenhaus der Spitzenklasse in der Pflege, in der Medizin, in der Entwicklung neuer Therapien und in der technischen Ausstattung internationales Renommee. Zu den medizinischen Schwerpunkten zählen Interne Medizin, Gynäkologie, Kardiologie, Neurologie, Orthopädie und Unfallchirurgie. Das Rudolfinerhaus bietet zusätzlich zu den angestellten Fachärzten und Allgemeinmedizinern mit Notfalldekret ein Anästhesieteam rund um die Uhr, das auch die Intermediate Care Unit betreut.

apa.at

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