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APA-Artikel 13. Juni 2013

Neues Psychologengesetz verbessert Qualität

Der Bundesminister für Gesundheit, Alois Stöger, hat mit dem Vorschlag für ein neues, modernes und den aktuellen Anforderungen entsprechendes Psychologengesetz einen wichtigen Schritt zur Qualitätsverbesserung vorgelegt. Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP), der rund 4.500 Psychologen vertritt, befürwortet diesen Entwurf an den Nationalrat.

Im laufenden Begutachtungsverfahren bringt bedauerlicherweise der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) einseitige und falsche Argumente gegen den Ministervorschlag vor. Sie bedürfen einer Richtigstellung.

Der ÖBVP argumentiert, dass mit dem Gesetz eine sogenannte klinisch-psychologische Behandlung neu eingeführt wird.

Ulla Konrad, Präsidentin des Psychologenverbandes: "Das entspricht nicht den Tatsachen. Klinische Psychologen und Gesundheitspsychologen behandeln seit mehr als 20 Jahren psychische Phänomene somatischer Erkrankungen sowie psychische Störungen und Leidenszustände. Seit langem wird die klinisch-psychologische Diagnostik als psychologische Leistung von den Krankenkassen anerkannt und bezahlt. Bei der Umsetzung des geplanten Entwurfs wird deshalb keine Veränderung zum bisherigen Befugnisumfang im Bereich der klinisch-psychologischen Behandlung stattfinden."

Hinsichtlich des Tätigkeitsvorbehalts sind die Ausführungen des ÖBVP ebenso wenig nachvollziehbar, weil sich der Tätigkeitsvorbehalt gerade nicht auf andere gesetzlich geregelte Gesundheitsberufe bezieht. Der bisherige Tätigkeitsumfang der Psychotherapie gemäß Psychotherapiegesetz 1990 wird somit durch die neuen Bestimmungen in keiner Weise berührt. Es gibt auch keinen Anlass zur Patientenverunsicherung, denn der Behandlungsumfang wird durch das Gesetz nicht verändert.

Zum Vorwurf des ÖBVP, das Gesetz entstehe "in einer Nacht- und Nebelaktion" ist anzumerken, dass die offizielle Berufsvertretung der österreichischen Psychologen seit vielen Jahren intensive Gespräche mit dem Bundesministerium für Gesundheit mit dem Ziel einer Novellierung oder Neufassung des Psychologengesetzes führt. Der nunmehrige Versuch der Präsidentin des ÖBVP, den Entwurf zum Psychologengesetz negativ darzustellen, resultiert offenbar aus dem Versäumnis, rechtzeitig selbst in entsprechende Verhandlungen zu einer Novellierung des eigenen Berufsgesetzes eingetreten zu sein.

Zu hinterfragen ist die Kampagne gegen das geplante Psychologengesetz von ÖBVP-Vorsitzender Eva Mückstein auch vor dem Hintergrund ihres politischen Engagements bei den Grünen und ihrer Kandidatur für den Nationalrat. "Offenbar trägt Dr. Mückstein einen politischen Wahlkampf auf dem Rücken ihrer eigenen Mitglieder im ÖBVP aus", sagt Ulla Konrad. "Der BÖP verwahrt sich gegen diesen Stil und wird auch weiterhin auf sachlicher Ebene vor allem im Interesse der Patienten die Anliegen der Psychologen bestmöglich vertreten".

apa.at

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