zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 12. Juni 2013

Grünewald: Schnelles Durchpeitschen des Psychologengesetzes verhindern

Obwohl aufgrund des knappen Zeitfensters eine seriöse Erstellung der Regierungsvorlage mittels Einarbeitung der Stellungnahmen nicht möglich ist, soll das Psychologengesetz noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden. Auch im Vorfeld gab es keine Einbeziehung eng verwandter Berufsgruppen.

"Weder PsychotherapeutInnen noch FachärztInnen für Psychiatrie und Psychotherapeutischer Medizin waren in die Arbeiten zum Novellierungsentwurf des Psychologengesetzes eingebunden. Das ist wegen der engen Verknüpfung und Überschneidung der Berufe grob fahrlässig", kritisiert Kurt Grünewald, Gesundheitssprecher der Grünen.

Im vorliegenden Entwurf ist ein Tätigkeitsvorbehalt für die Diagnostik von psychischen Erkrankungen für PsychologInnen enthalten, dies steht nicht im Einklang mit den Tätigkeitsbereichen der anderen "Psy-Berufe", und wird von diesen abgelehnt.

Ebenso unausgegoren ist die Aufnahme einer "klinisch-psychologischen Behandlung" in das Psychologengesetz, ohne diese klar zu definieren. Es fehlt eine klare Unterscheidung zu Psychotherapie und Behandlung durch Ärzte für Psychiatrie und psychotherapeutischer Medizin.

Im Entwurf wird der Tätigkeitsbereich der PsychologInnen um "klinisch-psychologische Behandlung" ausgeweitet, es erklären jedoch weder Gesetzestext noch Erläuterungen, was die so genannte "psychologische Behandlung" eigentlich ist, und worin sie sich von einer Psychotherapie und der Behandlung von FachärztInnen für Psychiatrie und psychotherapeutischer Medizin unterscheidet.

Dies führt einerseits zu einer Verunsicherung von PatientInnen und Behandlungen ohne ausreichende Qualitätssicherung.

"Derzeit besteht der Verdacht, dass das Psychologengesetz ohne Einarbeitung der Stellungnahmen durchgepeitscht werden soll", sagt Grünewald. Er fordert daher: "Alle Beteiligten müssen zu einer seriösen Bearbeitung der Materie zurückzukehren und die Novellierung nur gemeinsam mit dem Psychotherapiegesetz in der nächsten Legislaturperiode durchzuführen."

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben