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APA-Artikel 12. Juni 2013

Psychologengesetz - Gesundheitsministerium weist Kritik zurück

Mit Unverständnis hat sowohl das Gesundheitsministerium als auch der Berufsverband Österreichischer Psychologen auf die Kritik an der geplanten Neufassung des Psychologengesetzes reagiert. Was Tätigkeitsbilder und Diagnosemöglichkeiten betreffe, ändere sich nichts gegenüber der seit 1991 geltenden Regelung, wurde auf APA-Anfrage auf beiden Seiten betont. Auch der Vorwurf der mangelnden Einbindung anderer Berufsgruppen stimme nicht.

Man könne die Vorwürfe nicht nachvollziehen, hieß es im Büro von Gesundheitsminister Alois Stöger (S). Es werde lediglich ausformuliert, was jetzt bereits im Gesetz stehe. Auch einen Eingriff in die ärztliche Tätigkeit gebe es nicht, denn was diese dürften, sei im Ärzte- und nicht im Psychologengesetz geregelt. Einen Stopp für das Gesetzesvorhaben, das höhere Qualitätsstandards und damit mehr Sicherheit für die Patienten bringen soll, schloss man im Ministerium daher aus.

Dass man die anderen Berufsgruppen nicht eingebunden habe, wies man im Ministerium ebenso zurück. Man sei regelmäßig - auch mit gemeinsamen Veranstaltungen - im Kontakt, und Minister Stöger treffe heute mit Psychotherapie-Verbandschefin Eva Mückstein zusammen, hieß es in seinem Büro.

Fassungslos über die Kritik zeigte sich Ulla Konrad, Präsidentin des Berufsverbandes Österreichischer Psychologen. "So viel Falschinformation sucht seinesgleichen", sagte sie und verwies darauf, dass klinische Psychologen bereits seit 1991 die Diagnose psychischer Störungen erlaubt sei und man seit 1995 über einen entsprechenden Kassenvertrag verfüge. Am Recht der Psychiater zur Diagnosestellung ändere das natürlich nichts.

Unwahr sei auch, dass die "klinisch-psychologische Behandlung" neu eingeführt werde, auch diese stehe bereits seit 1991 im Gesetz. Der Vorwurf der "Nacht-und Nebel-Aktion" mache sie sprachlos, so Konrad, schließlich arbeite man in einem offenen Prozess seit zehn Jahren an dem neuen Gesetz. Unvermeidlich geworden sei es letztendlich wegen der Umstellung auf die Bologna-Studienarchitektur.

Diese lange Zeit widerlege auch den - von Mückstein erhobenen - Vorwurf, dass sie als Tochter von Ex-Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad bevorzugt behandelt worden sei, so die Chefin des Berufsverbands. Das Gesetz werde nun unter SP-Minister Stöger Realität, und nicht unter einer seiner ÖVP-Vorgängerinnen. Konrad verwies zudem darauf, dass auch Mückstein parteipolitisch nicht unbeleckt ist. Sie kandidiert bei der Nationalratswahl auf der Landesliste der Grünen in Niederösterreich und will die Nachfolge von Gesundheitssprecher Kurt Grünewald antreten - was sie auf Nachfrage der APA bestätigte.

apa.at

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