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APA-Artikel 12. Juni 2013

800.000 Euro für die Kinderpsyche

In Salzburg sind rund 2.500 Salzburger Kinder wegen psychischer Probleme in Behandlung. Der Bedarf steigt. Die betroffenen Kinder brauchen vor allem eine umfassende Versorgung, die neben medizinischen auch therapeutische, psychologische und soziale Betreuung mit einschließt. Salzburger Gebietskrankenkasse und Land Salzburg gründen ein psychosoziales Versorgungszentrum. Das Konzept wurde gemeinsam mit ExpertInnen erarbeitet. Mit Jahresbeginn 2014 wird das neue Zentrum starten - acht Fachkräfte sollen rund 700 Kinder jährlich psychiatrisch, therapeutisch, psychologisch und sozialarbeiterisch betreuen. Die jährlichen Kosten von 800.000 Euro werden je zur Hälfte von Land und SGKK finanziert. "Wir erwarten uns durch das neue Angebot eine rasche Verbesserung für psychisch kranke Kinder in Salzburg", betonen SGKK-Obmann Siegfried Schluckner und Gesundheitslandesrat Walter Steidl.

Optimal abgestimmte Behandlung für psychisch kranke Kinder

Für psychisch erkrankte Kinder ist neben einer Krankenbehandlung auch eine psychosoziale Betreuung zentral, die die Familie und das private Umfeld integriert. "Dieses neue Versorgungsangebot schließt eine Lücke", erklärt der Kinder- und Jugendpsychiater Klaus Kranewitter: "Es ist vor allem für Kinder und Jugendliche gedacht, die sehr viel Behandlung brauchen oder deren Probleme sehr vielschichtig sind. Ärztliche, psychologische, therapeutische und sozialarbeiterische Behandlung greifen ineinander. Es ist damit die optimale Ergänzung zum niedergelassenen Bereich."

Integriertes Gesundheitszentrum für Kinder und Jugendliche

Neu an dem Angebot ist auch, dass Land und Krankenversicherungsträger gemeinsam ein vernetztes Angebot schaffen. Land und SGKK haben mit ExpertInnen ein Konzept für ein psychosoziales Gesundheitszentrum für Kinder und Jugendliche entwickelt. Daran mitgewirkt haben Prim. Dr. Klaus Kranewitter von der Lebenshilfe Salzburg, Prim. Univ. Prof Dr. Leonhard Thun-Hohenstein und Dr. Elisabeth Marte von der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Christian-Doppler-Klinik, Dr. Ingrid Kaltenbrunner von der ARGE Psychotherapie, OA Dr. Georg Weiss vom Sozialpädagogischen Zentrum des Landes und der Psychiater Dr. Bernhard Hittenberger vom Psychosozialen Dienst des Landes.

Flächendeckendes Angebot im gesamten Bundesland

Ab 2014 soll das Zentrum mit acht Vollzeitstellen aus einem Team aus ÄrztInnen, PsychologInnen, TherapeutInnen und SozialarbeiterInnen die Arbeit aufnehmen. Der Sitz in der Stadt Salzburg wird über Außenstellen des Psychosozialen Dienstes in St. Johann und in Zell am See das gesamte Bundesland mitbetreuen können. Die Umsetzung eines flächendeckenden Angebotes ist besonders wichtig", betonen Landeshauptmann-Stellvertreter Steidl und SGKK-Obmann Schluckner abschließend.

apa.at

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