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APA-Artikel 11. Juni 2013

Linzer Med-Fakultät: Rektoren-Chef pocht auf universitäre Standards

Auf die Einhaltung wissenschaftlicher Standards bei der möglichen Einrichtung einer Medizin-Fakultät in Linz pocht der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Heinrich Schmidinger. Keinesfalls dürften schon bei der Gründung Abstriche gemacht werden, so Schmidinger unter Verweis auf den in der geplanten Novelle zum Universitätsgesetz (UG) enthaltenen Passus, dass derzeitige Klinikvorstände der Krankenanstalt übergangsweise Einrichtungen der Universität leiten dürfen, ohne ein entsprechendes Qualifikationsverfahren der Uni durchlaufen zu haben.

An den derzeitigen Medizin-Unis sind die Lehrenden gleichzeitig an den Krankenanstalten in der Patientenversorgung tätig - in Linz soll dieses Verhältnis zunächst umgedreht werden: Das Personal der Krankenanstalten (Landesbedienstete) soll auch in Lehre und Forschung tätig sein. Darüber hinaus sollen Leiter einer Organisationseinheit der Krankenanstalt für drei Jahre provisorisch auch eine Organisationseinheit der Medizin-Fakultät leiten dürfen - der Vorstand der Abteilung für Interne Medizin würde demnach etwa ohne universitäres Verfahren zum Leiter der künftigen Uni-Klinik für Interne Medizin bestellt werden können. Erst nach drei Jahren müsste er entweder selbst eine Professur erlangt haben oder einem Professor Platz machen.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Universität Linz mit diesen Übergangsbestimmungen glücklich ist. Dort herrscht ein sehr hohes Bewusstsein, was die universitären Standards betrifft", meinte Schmidinger. "Da geht es um internationale Reputation. Deshalb müssen von Anfang an alle universitären Spielregeln und wissenschaftlichen Qualitätsstandards eingehalten werden. Es betrifft zwar nur eine Übergangszeit, aber schon das ist zu viel. Gerade wenn man eine Fakultät gründet, müssen diese Standards beachtet werden."

Den Passus zur Fusion von Unis im Gesetz sieht Schmidinger mit gemischten Gefühlen: Es sei sicher legitim, wenn Universitäten oder der Minister eine Initiative zur Fusion von Universitäten ergreifen. "Solche Maßnahmen dürfen aber nie unter Umgehung der Betroffenen getroffen werden", so Schmidinger. Gehe die Initiative vom Minister aus, sollten die Unis ebenfalls ein Zustimmungsrecht erhalten: "Sonst würde sich das Gesetz selbst widersprechen und nicht zu einem Mehr an Autonomie führen, sondern zu weniger."

apa.at

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