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APA-Artikel 10. Juni 2013

OÖNachrichten-Leitartikel: "Keine Medizin ohne Technik"

Am 2. Juli soll der Sack zugemacht werden, wie es der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch formuliert, weil man sich "darauf geeinigt hat, dass man sich dann einigt", sagt Landeshauptmann Josef Pühringer. Wenn der Sack endgültig zugemacht wird, ist der Weg endgültig frei für eine Medizinfakultät in Oberösterreich. Das ist grundsätzlich ein Grund zur Freude, aber keiner, sich zurückzulehnen. Im Gegenteil: Die Befürworter und Betreiber einer Medizinfakultät in Linz müssen nun ihre Hausaufgaben machen und auch die Skeptiker überzeugen, dass hier ein wichtiges Projekt umgesetzt wird. Die Krankenhausbetreiber müssen zeigen, dass ihre Häuser auch tatsächlich zusammenarbeiten werden. Dazu müssen vor allem Mauern in den Köpfen niedergerissen werden. Die Krankenhäuser werden Ausbildungsstätten. Und wenn dies dazu beiträgt, dass es ziemlich egal ist, welche Fraktion dann die Betriebsratswahl gewinnt und wer am meisten Einfluss bei der Personalauswahl hat, wäre das schon ein wichtiger Schritt. Es mutet zwar etwas skurril an, wenn es eine Medizinfakultät braucht, um das zu erreichen. Aber immerhin passiert dann etwas. Überzeugt werden müssen auch Skeptiker, die durch die Medizinfakultät andere wichtige Vorhaben gefährdet sehen. Die Industriellenvereinigung hat bis zuletzt Stimmung gegen die Medizin an der Linzer JKU gemacht, weil ihr der Ausbau der technisch-naturwissenschaftlichen Fakultät (TNF) wichtiger wäre. Schließlich würden Fachkräfte aus diesem Bereich fehlen. Besser wäre, man bemühte sich, die TNF- und die Medizinfakultät so aufeinander abzustimmen, dass beide profitieren. Die Erfahrung zeigt, dass medizinische und medizinisch-technische Forschung dazu führen, dass verhältnismäßig viel Forschungsgeld dort investiert wird. Das erklärt auch, warum Konkurrenzstandorte wie Innsbruck oder Graz so stark gegen Linz opponierten. Linz hat hervorragende Möglichkeiten, mit der Industrie im medizinnahen Bereich und einer Medizinfakultät sowie gut vernetzten Krankenhäusern ein Standort mit Alleinstellungsmerkmalen zu werden. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Gesundheit ist einer der Wachstumsmärkte des 21. Jahrhunderts. Um diesen zu nutzen, müssen aber die Beteiligten fit sein und zusammenspielen wollen.

apa.at

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