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APA-Artikel 7. Juni 2013

Linzer Medizin-Fakultät: Bei Realisierung wird Uni-Budget erhöht

Wird die Linzer Medizin-Fakultät Realität, dann wird das Universitätsbudget erhöht. Das sagten Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, Finanzministerin Maria Fekter (beide V) und Staatssekretär Josef Ostermayer (S) nach dem zweiten Arbeitsgespräch zur Finanzierung des Projektes am Freitag in Linz. Was die Chancen auf Verwirklichung der Fakultät betrifft, zeigten sich alle - darunter Gesundheitsminister Alois Stöger (S) sowie Vertreter des Landes OÖ und der Stadt - optimistisch.

Man sei auf einem konstruktiven Weg, sagte Töchterle nach der Sitzung. Die Unwägbarkeiten, die er zuletzt noch gesehen hatte, seien weitgehend ausgeräumt. "Wenn es sich darstellen lässt, dann wird's was." Aber, Nachsatz: "Fix ist nix, solange es nicht Brief und Siegel hat." Für Töchterle steht fest, dass eine Medizinfakultät in Linz nicht auf Kosten der bestehenden Universitäten gehen darf. "Soweit es die Bundesfinanzierung betrifft, muss es neues, frisches Geld sein."

Rückendeckung erhielt Töchterle dabei nicht nur von Ostermayer, sondern auch von der Finanzministerin: "Ein Großprojekt wie die Medizin-Fakultät in Linz darf nicht zulasten anderer gehen, das werden wir bei unseren Planungen berücksichtigen", versprach Fekter. Bei den Universitäten gebe es einen klaren Konsolidierungspfad bis 2017, die Entscheidungen zur Medizin-Fakultät würden in die späteren Pfade aufgenommen. Bis 2016 würden nur geringe Kosten anfallen, ergänzte Landeshauptmann Josef Pühringer (V), Beginn des Vollbetriebs sei voraussichtlich erst 2028.

Zur Frage, ob nun eine Medizin-Fakultät in Linz kommt oder nicht, gab es zwar viel Optimismus, aber kein eindeutiges Ja oder Nein. Zu 80 Prozent habe man sich geeinigt, so Pühringer, der den 15a-Vertrag noch vor der Nationalratswahl im Herbst unterzeichnet haben will.

Es geht nach wie vor ums Geld. Die Finanzierung solle transparent und nachvollziehbar sein, betonten die Politiker. Über Zahlen wollten sie am Freitag aber noch nicht sprechen. Die Aufteilung, wer was zahle, sei "systemmäßig außer Streit gestellt" worden, sagte Fekter. Es habe "geringfügige Adaptierungen im Kostenplan" nach oben gegeben, erklärte Pühringer. Nun müsse aber erst alles neu berechnet werden. Das soll bis zum 2. Juli geschehen. Für dieses Datum ist nämlich die dritte Runde zur Finanzierung der Medizinfakultät angesetzt. "Wir haben uns geeinigt, uns am 2. Juli zu einigen", fasste der Landeshauptmann das Gespräch zusammen.

Kritik der Industriellenvereinigung, die Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Projektes äußerte, weil die Ärztedichte auch ohne Medizinausbildung im Land in den vergangenen Jahren um 81 Prozent gestiegen sei, wurde zurückgewiesen. "Dann soll die IV das Gesundheitsressort statt mir übernehmen", bot Pühringer an. Fekter: Es sei gerechtfertigt, in den stark wachsenden Gesundheitsbereich zu investieren. Die Industrie brauche in Hinblick auf die Arbeitsplätze nicht zu fürchten, dass Geld deshalb aus technischen Bereichen abgezogen werde.

apa.at

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