zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 7. Juni 2013

CH: Krebsliga fordert Gleichbehandlung von Krebspatienten

Krebspatienten werden immer häufiger mit Medikamenten behandelt, die anders dosiert oder in einer anderen Art verabreicht werden, als sie zugelassen sind. Dieser so genannte "Off-Label-Use" (OLU) führe zu einer ungerechten Behandlung der Krebspatienten, mahnt die Krebsliga Schweiz.

Beim "Off-Label-Use" entscheiden die Versicherer, ob und in welchem Umfang sie das Medikament vergüten. Laut einer am Freitag in Bern vorgestellten Studie beklagen Ärzte und Patientenorganisationen, dass die Versicherer auch in vergleichbaren Fällen unterschiedlich entscheiden und damit Patienten ungleich behandeln würden.

Die heutige Situation stelle für Ärzte und Patienten ein finanzielles Risiko, aber auch eine emotionale Belastung dar, heisst es in der Studie, die das Forschungsbüro INFRAS im Auftrag der Krebsliga durchgeführt hat. Zudem führe sie bei den Ärzten zu Rechtsunsicherheit und administrativem Mehraufwand.

Nach Ansicht der befragten Ärzte ist die Zahl der Fälle, in denen Medikamente "off label" eingesetzt wurde, in den letzten Jahren deutlich gestiegen, wie es in der Studie weiter heisst. OLU werde vor allem bei seltenen Krebserkrankungen und bei an Krebs erkrankten Kindern eingesetzt wird.

Obwohl verlässliche Zahlen zur Entwicklung von OLU fehlten, sei Handlungsbedarf gerechtfertigt, schreiben die Autoren der Studie. Denn OLU betreffe mehr als nur Einzelfälle und die heutige Regulierung sei so angelegt, dass vergleichbare Fälle je nach Versicherer und beteiligten Akteuren unterschiedlich entschieden werden können.

Die Studie gibt mehrere Empfehlungen ab, wie die heutige Situation verbessert werden könnte. So soll beispielsweise die Zulassung von Medikamenten vereinfacht und die Beteiligung der Pharmafirmen an der Vergütung geregelt werden. Zudem sollten künftig die Anwendung und Entwicklung von OLU in Zukunft besser erfasst und dokumentiert werden.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben