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APA-Artikel 6. Juni 2013

D: Kliniken brauchen Therapie - Neuer Report wird präsentiert

Viele Krankenhäuser in Deutschland brauchen eine Therapie. Auf die Patienten kommen über kurz oder lang Veränderungen zu. Experten erläutern die aktuelle Lage.

Der Anteil deutscher Kliniken mit finanziellen Schwierigkeiten und roten Zahlen droht weiter zu steigen. Mit entsprechenden Warnungen hatte vor kurzem die Deutsche Krankenhausgesellschaft die Politik alarmiert. Auch Branchenexperten stellen immer wieder die wirtschaftliche Not vieler Krankenhäuser in den Mittelpunkt von Untersuchungen. Wie die wirtschaftliche Lage der rund 2000 Kliniken in Deutschland aktuell konkret einzuschätzen ist, wird heute (Donnerstag/09.30) in Berlin beleuchtet.

Bei der Präsentation des Krankenhaus Rating Reports 2013 geht es auch um die Frage, auf was sich Patienten in Zukunft einstellen müssen. Bereits in der Vergangenheit waren viele Kliniken von der Pleite bedroht. Der vor einem Jahr vorgestellte Vorgänger-Report stellte heraus, dass fast jeder sechsten Klinik die Insolvenz drohte.

Kleine kommunale Kliniken waren besonders betroffen. Experten rieten zu Spezialisierung. Seit längerem schon geht der Trend zu Zusammenschlüssen von Krankenhäusern - und somit teilweise auch zu weiteren Wegen für die Patienten.

Als kurzfristige Hilfe will die Koalition voraussichtlich in der kommenden Woche abschließend im Bundestag über eine Finanzhilfe von 1,1 Milliarden Euro entscheiden. Das Geld soll in diesem und im kommenden Jahr fließen - bereits von diesem Sommer an.

Mit den zusätzlichen Mitteln sollen steigende Personalkosten ausgeglichen werden. Finanziert werden soll auch deutlich mehr Hygienepersonal, darunter Fachkräfte in der Pflege, bestimmte Fachärzte und Beauftragte für mehr Sauberkeit in der Klinik.

Zuschläge sollen die sogenannte doppelte Degression eindämmen - wenn Krankenhäuser zusätzliche Patienten versorgen, müssen sie dafür Abschläge hinnehmen. Bisher werden dadurch auch andere Kliniken im jeweiligen Bundesland bestraft, denn die Preise sämtlicher Klinikleistungen sinken dort. Das soll ausgeglichen werden, ohne dabei immer mehr Operationen Tür und Tor zu öffnen.

Doch strukturelle Probleme auf dem Klinikmarkt dürften nach Ansicht von Experten und Opposition mit den Hilfen kaum gelöst werden. Vor allem Kliniken auf dem Land haben auch das Problem, dass sie für Ärzte wenig attraktiv sind und deshalb nicht leicht qualifizierte Mediziner finden.

Der Krankenhaus Rating Report wird vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung sowie den Beratungsunternehmen Accenture und hcb GmbH erstellt.

apa.at

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