zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 4. Juni 2013

Linzer Medizin-Fakultät: Gewerkschaft dagegen

Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) lehnt die Einrichtung von medizinischen Fakultäten an Unis, wie derzeit etwa in Linz geplant, "vehement ab, da schon jetzt die Finanzierung der bestehenden Medizinischen Universitäten sehr schwierig ist". Dies hält die das allgemeine Uni-Personal umfassende GÖD-Bundesvertretung in ihrer Stellungnahme zum Gesetzesentwurf von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) fest, der die Einrichtung von Medizin-Fakultäten ermöglichen soll.

Einwände gegen die grundsätzliche Schaffung von Medizin-Fakultäten hat auch der Rechnungshof (RH). Immerhin sei mit dem Universitätsgesetz 2002 eine Organisationsentscheidung getroffen worden, die auch der RH als taugliche Lösung angesehen habe. Nach der vorgeschlagenen Regelung würde der künftige Leiter einer medizinischen Fakultät als Vizerektor in das Rektorat der Stammuniversität eingebunden. "Eine Medizinische Fakultät wird somit nicht mit der gleichen Selbstständigkeit handeln können wie dies bei medizinischen Universitäten der Fall ist, z.B. im Bereich der Budgetierung oder der Zusammenarbeit mit dem Krankenanstaltenträger."

Ganz generell fragt sich der RH, ob die Einrichtung medizinischer Fakultäten wirklich nötig ist: "Der RH weist daher zusammenfassend darauf hin, dass die Erläuterungen nicht darlegen, ob der Entscheidung für die Zulässigkeit einer Neuerrichtung Medizinischer Fakultäten allfällige 'Bedarfserhebungen' vorangegangen sind. Ebenso wird nicht dargelegt, aus welchen Gründen von der ursprünglichen Entscheidung der Umwandlung bestehender Medizinischer Fakultäten in Medizinische Universitäten abgegangen werden soll."

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) warnt vor einem "Autonomieverlust der medizinischen Wissenschaft". Der Entwurf widerspreche "klar den Argumenten der offenbar intensiven Beschäftigung mit der Materie um die Jahrtausendwende". Damals sei durchaus auch über andere Formen der Kooperation außer einer bloßen Trennung bzw. Vereinigung nachgedacht worden. Dies sollte auch jetzt geschehen.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben