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APA-Artikel 4. Juni 2013

Nach Rechnungshofkritik: Steiermark forciert Schlaganfall-Versorgung

Ein neues Register für steirische Schlaganfälle steht vor der Einführung: Darin sollen künftig Ärzte aller Spitäler Hirninfarkte dokumentieren, um eine noch bessere Versorgung zu ermöglichen. Die Datenbank soll nach oberösterreichischem Vorbild aufgebaut werden, erklärten Franz Fazekas, Vorstand der Grazer Universitätsklinik für Neurologie, sowie Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (V) am Dienstag. Das Nachbarbundesland war bei der Prüfung des sogenannten Reformpool-Projekts für integrierte Schlaganfall-Versorgung vom RH gelobt worden, in der Steiermark ortete man hingegen Verbesserungspotenzial.

Bisher beteilige sich die Steiermark mit ihren "Stroke Units" - auf Schlaganfall spezialisierte Abteilungen in Spitälern - nur am österreichischen Hirninfarkt-Register, doch auf Anregung des Rechnungshofs arbeite man gerade an der Einführung der zusätzlichen eigenen steirischen Datenbank. In sie sollen alle Krankenhäuser mit Schlaganfall-Patienten Informationen eingeben sowie Vergleiche etwa über Liegedauer gezogen werden können, meinte Fazekas.

Das Pilotprojekt Reformpool war 2008 gestartet worden und habe gezeigt, dass die Behandlungen in den "Stroke Units" deutlich besser waren. Das liege nicht nur an einem dort eingerichteten interdisziplinären Team, sondern auch an der Erfahrung der Ärzte, erklärte Fazekas. Darum mache es auch keinen Sinn in jedem Spital eine "Stroke Unit" einzurichten. In der Steiermark sind es mittlerweile fünf Standorte: Neben dem LKH Graz auch noch die Landesnervenklinik und die Landeskrankenhäuser Bruck/Mur, Judenburg/Knittelfeld und Feldbach.

Weitere Schlaganfall-Einheiten in steirischen Spitälern seien nicht angedacht, sagte Edlinger-Ploder. Die Experten sprachen sich gegen einen sechsten Standort etwa im größten Bezirk Liezen aus, da die Bevölkerungsdichte sowie die Auslastung und damit auch die Erfahrung für die Ärzte zu gering sei: "Anders würde die Situation vielleicht aussehen, wenn wir etwa nur ein Krankenhaus in beispielsweise Irdning hätten und nicht drei wie jetzt eben Bad Aussee, Rottenmann und Schladming", konkretisierte die Landesrätin.

Damit trotzdem alle Schlaganfall-Patienten schnellstmöglich in eine "Stroke Unit" kommen, habe die Steirische Gebietskrankenkasse die Koordination der diversen Glieder der Rettungskette übernommen. Sanitäter seien etwa darauf geschult, beim Verdacht auf einen Hirninfarkt in das nächstgelegene auf Schlaganfall spezialisierte Spital zu fahren: "Da ist es oft besser am nächstbesten Krankenhaus vorbeizufahren und lieber die 'Stroke Unit' anzusteuern", sagte Edlinger-Ploder. In maximal 80 Minuten sollten somit Patienten in den Spezial-Abteilungen ankommen.

( S E R V I C E - 8. Steirische Gesundheitskonferenz "Zeit ist Hirn - Integrierte Versorgung von SchlaganfallpatientInnen in der Steiermark" am 11. Juni 2013 von 8.30 Uhr bis 13.30 Uhr am Grazer Messegelände)

apa.at

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