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APA-Artikel 4. Juni 2013

FP-Frigo: Cannabiskonsum schädigt Hirnsubstanz von Kindern und Jugendlichen

Laut Suchtmittelbericht des Bundeskriminalamtes hat sich die Zahl der Jugendlichen Cannabis-Erstkonsumenten von 380 (2002) auf 973 (2011) fast verdreifacht. Dies betrifft vor allem die Wiener Jugendlichen, da die Bundeshauptstadt bei den Drogendelikten mit 8.998 Anzeigen (Österreich insgesamt 25.892) statistisch mehr als ein Drittel aller Drogenfälle aufweist, berichtet heute der Gesundheitssprecher der FPÖ-Wien, LAbg. Univ.-Prof. Dr. Peter Frigo.

Durch den verharmlosten aber gezielten "Eigenanbau" ist der THC-Anteil in den Cannabisprodukten seit den 70er Jahren von etwa zwei auf acht Prozent gestiegen. Dadurch ist diese Droge um einiges gefährlicher geworden. "Eine Verharmlosung ist daher nur aus Unwissenheit oder grober Verantwortungslosigkeit gegenüber unserer Jugend erklärbar", sagt Frigo.

Rainer Thomasius, Leiter des Zentrums für Suchtfragen am Universitätsklinikum Eppendorf (Hamburg) berichtet über eine neue Umfrage unter Hamburger Jugendlichen, wonach rund sieben Prozent der zwölf bis 17 Jahre alten Jugendlichen und fast 40 Prozent der 18- bis 25-jährigen mindestens ein Mal Cannabis konsumiert hätten. Jüngste Studien hätten eindeutig gezeigt, dass es bei regelmäßigem Konsum zu morphologischen Veränderungen des Gehirns kommen kann. Der Suchtexperte spricht hierbei vom "Untergang von grauer und weißer Hirnsubstanz". Folge: Verlust von sieben Punkten beim Intelligenzquotienten, was für einen Durchschnittsschüler fatal sei. Konzentrationsschwäche, Lern- und Gedächtnisstörungen seien dann zu beobachten.

"Gerade in Wien muss auf das sinkende Einstiegsalter bei Drogen wie Cannabis oder Alkohol vor allem mit Präventionsprogrammen und dem Aufbau von eigenen Zentren für Jugendliche schnellstens reagiert werden. Jugendschutz darf keine Worthülse sein", fordert Frigo.

apa.at

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