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APA-Artikel 29. Mai 2013

Seeber: Arzneimitteltests an Menschen nur wenn Ethikkommission zustimmt

Eine verpflichtende Genehmigung von Arzneimitteltests an Menschen durch Ethikkommissionen fordert der Gesundheitssprecher der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Richard Seeber. "Wir brauchen in der EU klare, strikte und einheitliche Regeln für Arzneimitteltests an Menschen, damit die Tests nicht in den Ländern durchgeführt werden, in denen die Standards am niedrigsten sind", so Seeber. Der Gesundheitsausschuss des EU- Parlaments stimmt heute über die geplante Änderung der geltenden Regeln für Arzneimitteltests an Menschen ab. "Zu den etablierten und international anerkannten Schutzstandards bei Arzneimitteltests am Menschen gehört es, geplante Forschungsvorhaben vor Studienbeginn einer unabhängigen, interdisziplinär besetzten Ethikkommission zur Beratung und Zustimmung vorzulegen. Wenn das nicht gesichert ist, stimme ich dem neuen Gesetz nicht zu", so Seeber. 

 

Gleichzeitig warnt Seeber vor zu viel Bürokratie für Arzneimitteltests: "Unser Ziel kann nicht sein, Arzneimitteltests in der EU so schwierig wie möglich zu machen, denn dann finden Tests in Entwicklungsländern statt. Wir wollen Forschung in der EU halten. Deshalb müssen wir Arzneimitteltests entbürokratisieren, aber nur dort, wo es nicht um Sicherheit und Integrität von Menschen geht", so der ÖVP-Abgeordnete. "Es geht nicht in erster Linie um die Interessen der Pharmaindustrie, sondern vor allen Dingen um die unabhängigen Forscher, die Universitätskliniken und Patientenverbände", erklärt Seeber.

 

Seeber spricht sich auch für besonders hohe Standards bei nicht einwilligungsfähigen Forschungsteilnehmern wie Minderjährigen und Menschen mit geistiger Behinderung aus: "Nur wenn es unbedingt erforderlich ist, sollen diese Personen herangezogen werden. Zusätzlich muss natürlich die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter eingeholt werden", so der EVP-Gesundheitssprecher. Mit der heutigen Abstimmung legt der Gesundheitsausschuss des Europaparlaments seine Position zur künftigen EU-Verordnung fest. Das Plenum des Parlaments soll im Juli abstimmen.

apa.at

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