zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 29. Mai 2013

Ärztekontrolle - Wechselberger verteidigt Rechnung an Patientenanwalt

Im Streit um die Qualitätskontrolle bei niedergelassenen Ärzten hat Ärztekammer-Präsident Artur Wechselberger jene Rechnung verteidigt, die dem niederösterreichischen Patientenanwalt Gerald Bachinger für eine von ihm verlangte Kontrolle einer Arztpraxis gestellt wurde. Jeder, der eine solche Prüfung in Auftrag gebe, erhalte dafür eine Rechnung, betonte er am Mittwoch in einer Pressekonferenz.

Es geht dabei um die Österreichische Gesellschaft für Qualitätssicherung in der Medizin (ÖQMed), eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Ärztekammer. Sie evaluiert nicht nur im Fünfjahreszyklus alle Praxen in Österreich, sondern führt laut Gesetz im Anlassfall auch Auftragsprüfungen - etwa für die Sozialversicherung - durch. Bachinger hatte im "Standard" Kritik geübt: Die ÖQmed schütze Ärzte mit Qualitätsdefiziten, weil sie der Aufforderung, Ordinationen zu kontrollieren, nicht oder nur sehr zögerlich nachkomme. Für eine verlangte Kontrolle bei einem Arzt flatterte ihm eine 600-Euro-Rechnung ins Haus.

Den Vorwurf der Zögerlichkeit wies Wechselberger zurück, die Rechnung verteidigte er. ÖQmed erbringe eine Leistung. "Auch wenn das aufgrund eines Gesetzesauftrags geschieht, heißt das nicht, dass das unentgeltlich zu erbringen ist". Er verwies darauf, dass die Kammer zur Abgangsdeckung ihres Tochterunternehmens jährlich 500.000 Euro aufbringen müsse.

Die Qualitätskontrolle in externe Hände zu geben, wie es Kritiker immer wieder verlangen, kommt für Wechselberger dennoch nicht infrage. Es sei die Kernaufgabe von Interessensvertretungen freier Berufe, sich um die Qualität der Leistungen der eigenen Mitglieder zu kümmern, betonte der Ärztekammer-Präsident.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben