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APA-Artikel 28. Mai 2013

Oö. Spitalsbetreiber gespag bei Reform "etwas schneller" unterwegs

Der landeseigene Krankenhausbetreiber gespag ist bei der bis 2020 laufenden oberösterreichischen Spitalsreform II nach eigenen Angaben "derzeit etwas schneller" unterwegs. Wie Vorstandssprecher Karl Lehner in der Pressekonferenz zur Leistungsbilanz 2012 am Dienstag in Linz berichtete, sei für das Unternehmen ein durchschnittliches jährliches Einsparungspotenzial von 54,5 Mio. Euro errechnet worden.

Im Zuge der Reform hat die gespag im Vorjahr ein eigenes Kompetenzzentrum zur Bündelung des Know-hows bei großen vergaberechtlichen Vergaben installiert. Zudem sei beispielsweise im Bereich der Technik ein Sparpotenzial von 4,2 Mio. Euro identifiziert worden, so Vorstandsmitglied Harald Geck. Ein Kernstück der Spitalsreform ist das Salzkammergut-Klinikum, unter dessen Dach die Standorte Gmunden, Bad Ischl und Vöcklabruck mit Jänner 2014 organisatorisch und rechtlich zusammengeführt werden. Man wolle einen Verbund mit Modellcharakter entwickeln, erklärte Lehner. Anfang 2015 soll das auf Neurologie und Pulmologie spezialisierte Therapiezentrum Enns als Nachfolger des bisherigen Krankenhauses seinen Betrieb aufnehmen, rund 15 Mio. Euro werden investiert.

Ein Trend der vergangenen Jahre setzte sich in den zehn gespag-Häusern 2012 fort: Die Zahl der vollstationären Patienten ging zurück - von 184.729 auf 180.000, die tagesklinischen Behandlungen hingegen stiegen um fast 25 Prozent. Etwa 7.000 Patienten seien laut Lehner jährlich davon betroffen, es gebe in diesem Bereich noch weiteren "Spielraum nach oben". Gleichzeitig hat sich die durchschnittliche Belagsdauer geringfügig von 5,78 auf 5,69 Tage reduziert. Für heuer erwartet der Vorstandssprecher einen weiteren Rückgang auf etwa 5,5. Die Zahl der ambulanten Frequenzen lag 2012 bei 1,339 Mio., im Jahr zuvor waren es 1,341.

"Das Thema Ärztemangel begleitet uns alle", sagte Ingrid Federl, die seit April als zusätzliches Mitglied im gespag-Vorstand sitzt. Daher gebe es volle Unterstützung für die angedachte Medizin-Fakultät in Linz. Mit den Universitätslehrkrankenhäusern Landes-Frauen- und Kinderklinik, Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg, Steyr und Kirchdorf sowie dem Lehrkrankenhaus des Pflegewissenschaftsstudiums Vöcklabruck beweise man die Eignung zum klinisch-praktischen Unterricht und zur Prüfungsaktivität. Federl geht davon aus, dass es Ende Juni "genauere, etwas mehr gesicherte" Aussagen zur Fakultät geben werde.

Mit einem Marktanteil von rund 44 Prozent ist die gespag Oberösterreich größter Spitalsbetreiber, die Mitarbeiterzahl ist im Vorjahr leicht von 9.870 auf 9.862 gesunken. Das Jahresbudget liegt bei circa 750 Mio. Euro, etwa 500 Mio. davon werden fürs Personal aufgegeben.

apa.at

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