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APA-Artikel 27. Mai 2013

FP-Frigo fordert einheitliche operative Führung des AKH

Eine einheitliche operative Führung des AKH fordert heute der Gesundheitssprecher der FPÖ-Wien, LAbg. Univ.-Prof. Dr. Peter Frigo, denn der jüngste Rechnungshofbericht ist vernichtend. Die Managementfehler im größten Krankenhaus Österreichs sind eklatant und die Folge einer falschen Struktur. Es kristallisieren sich derzeit mehrere Probleme heraus. Es brennt der Hut, denn bis dato gibt es keine Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz-Betriebsvereinbarung mit Stichtag 1. Juli. Deshalb droht laut Thomas Perkmann, Vorsitzender des Betriebsrats des wissenschaftlichen Personals, ein AKH Ausfall noch im Jahr 2013, weil es dann keine Arbeitszeitvereinbarung für das ärztliche und zahnärztliche Personal in der MedUni Wien gibt.

Dass es ein Nebeneinander statt einem Miteinander von Pfleger (Gemeinde) und Arzt (Bund) gibt, zeigt sich am Beispiel der Umsetzung des §15 Bundesgesetz über Gesundheits- und Krankenpflegeberufe, über den diese Berufe betreffenden mitverantwortlichen Tätigkeitsbereich zur Durchführung diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen nach ärztlicher Anordnung. Im AKH muss die Verabreichung von Injektionen oder auch Blutabnahmen von den Ärzten selbst durchgeführt werden, während derartige Tätigkeiten in anderen Krankenhäusern durch das Pflegepersonal erledigt werden darf, klärt Frigo auf.

Eine Neuerung soll das Arbeitspaket 7 (AP7) bringen, dass die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Krankenschwestern reglementiert. "Wenn allerdings für eine Infusion durch eine Krankenschwester fünf Unterschriften notwendig sind, dann sollte dieses Arbeitspaket 7 wohl dringendst überdacht werden. Laut einer Studie der Wiener Ärztekammer verbringen Wiener Ärzte den Großteil ihrer Zeit damit, Infusionen zu setzen oder Injektionen zu verabreichen - Österreich ist das einzige europäische Land, in dem diese Tätigkeiten nicht vom Pflegepersonal übernommen werden. Daher kommen die eigentlichen ärztlichen Tätigkeiten zu kurz und machen vor allem die Ausbildungszeiten eines Arztes unattraktiv. Nach dem Studium geht deshalb ein Viertel der Jungmediziner ins Ausland", kritisiert Frigo und meint abschließend, "wenn nicht schnellstens ein Konzept für eine einheitliche operative Führung auf dem Tisch liegt, droht ein Fachärztemangel und weiterhin werden Steuermillionen verschleudert."

apa.at

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