zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 23. Mai 2013

Kärntner Ärztekammer unterstützt die Anliegen der AK

"Die Kärntner Ärztekammer unterstützt das Anliegen der Arbeiterkammer, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert werden muss und gesundheitsgefährdende Bedingungen am Arbeitsplatz gemildert und wenn möglich ganz beseitigt werden", teilte Präsident Dr. Josef Huber mit.

Die Referentin für Familienangelegenheiten in der Ärztekammer Dr. Bettina Hernegger und er weisen in diesem Zusammenhang aber darauf hin, dass Ärzte-Arbeitsplätze in Kärnten als frauen- und familienfeindlich eingestuft werden müssen. "Wir appellieren daher an die Arbeiterkammer, bei ihren Gesprächen mit der Landesregierung auf diese Probleme aufmerksam zu machen und Lösungen zu entwickeln". Als besonders dringlich bezeichnen Huber und Hernegger eine Verpflichtung für Kärntner Spitäler, dass sie Ärzten Teilzeitbeschäftigungen anbieten. "Das ist eine jahrelange Forderung vor allem von Medizinerinnen, aber auch von männlichen Kollegen", betont Huber. Die Möglichkeit hierzu gebe es derzeit nur in wenigen Einzelfällen. "Die meisten Ärzte, die einen solchen Wunsch haben, stoßen in der täglichen Praxis auf so heftige formelle und informelle Widerstände, dass sie seine Verwirklichung aufgeben", so Dr. Hernegger. Nötig sei hierbei eine ganz neue Unternehmenskultur in den Krankenhäusern, dass Teilzeitbeschäftigungen eine Selbstverständlichkeit werden und auch während einer Turnus- oder Fachausbildung ohne Nachteile für die Karriere beansprucht werden können. "Da erhoffen wir uns Fortschritte, wenn auch die Arbeiterkammer dieses Ziel nachdrücklich unterstützt", betonen Dr. Hernegger und Dr. Huber.

Vor allem junge Arzt-Familien benötigen leistbare, ganztägige Kinderbetreuung mit bedarfsgerechten Öffnungszeiten. Nach dem Vorbild des betriebseigenen Kindergartens des Klinikums Klagenfurt müssten laut Dr. Hernegger ähnliche Angebote in anderen Kärntner Spitälern geschaffen werden. "Bei der Klagenfurter Einrichtung brauchen wir eine stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse von Arztfamilien", fordert Huber.

Einen positiven Einfluss der Arbeiterkammer erhofft sich Dr. Huber auf die Gebietskrankenkasse, wenn es darum geht, dass sich Ärzte Kassenstellen teilen können. "In Kärnten ist es leider noch nicht gelungen, dass z. B. zwei Ärztinnen eine Kassenstelle gemeinsam führen und auf diese Weise ihren Beruf und ihre Familie besser vereinbaren können. In anderen Bundesländern gibt es bereits solche Modelle. Ich hoffe, dass sich die Arbeiterkammer mit ihren Vertretern in der Gebietskrankenkasse für eine solche arbeitnehmerfreundliche Initiative stark macht", meint Huber.

Abschließend verweist er darauf, dass Ärztinnen und Ärzten in den Spitälern aber auch in der Niederlassung ein Arbeitspensum abverlangt wird, das gesundheitsgefährdend ist. Ein Arzt dürfe derzeit bis zu 32 Stunden durchgehend arbeiten und bis zu 72 Stunden pro Woche. Über einen längeren Durchrechnungszeitraum seien 60 Stunden wöchentliche Höchstarbeitszeit zulässig. Niedergelassene Ärzte vor allem am Land kämen durch Bereitschaftsdienste ebenfalls auf solche überlangen Dienstzeiten. Die Ärztekammer fordert erneut, dass die höchstzulässige Dienstdauer in den Spitälern nun endlich auf 25 Stunden verkürzt wird.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben