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APA-Artikel 23. Mai 2013

Frau belästigte Ärztin - Sechs Monate bedingt am Geburtstag

Es gibt verschiedene Arten, seinen Geburtstag zu verbringen: Eine seit heute, Donnerstag, 32-jährige Empfangsdame stand vor Richterin Bettina Körber im Wiener Straflandesgericht, weil sie im Vorjahr über Monate hinweg eine Ärztin mit Telefonanrufen und SMS bombardiert haben soll. Angeklagt war sie wegen Stalkings, nicht zum ersten Mal: Vor fast genau einem Jahr, am 25. Mai 2012, wurde sie wegen des selben Delikts zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt. Diesmal setzte es das Doppelte: Sechs Monate bedingt plus die Ausdehnung der Probezeit aus dem Vorjahr auf fünf Jahre und die Anweisung, sich einer Therapie zu unterziehen.

Vor einem Jahr war es eine frühere Lehrerin gewesen, in die sich die Angeklagte verliebt und die sie mit Mails, Briefen und Anrufen bombardiert hatte. Von diesem Opfer ließ die Frau nach dem Urteil ab. Im vergangenen Sommer war es eine Ärztin, bei der die Beschuldigte vor rund zehn Jahren in Behandlung war. Anrufe und SMS musste die Medizinerin über sich ergehen lassen: "Es war mitten in der Nacht, tagsüber während der Arbeit, und es war sehr oft", sagte das Opfer. Auch über Facebook soll die Angeklagte im Namen ihres Opfers publiziert haben.

Gerichtspsychiaterin Sigrun Rossmanith attestierte der Angeklagten, dass bei ihr Realität mit Wunschvorstellungen manchmal verschwimmen würden, und empfahl eine psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Im Vorjahr hatte ein psychiatrisches Gutachten festgestellt, dass die Frau unter einer instabilen Persönlichkeit mit einer Borderline-Störung leide. Mit den Worten: "Ich gebe ihnen eine allerletzte Chance", ließ es die Richterin bei einer bedingten Strafe bewenden.

apa.at

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