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APA-Artikel 23. Mai 2013

Hauptverbands-Direktor Probst bei AK-Vollversammlung: Vom Gesundheitswesen zu einem Gesundheitssystem

Worum geht es bei der Gesundheitsreform? Wozu brauchen wir das überhaupt? Und was haben die Menschen davon? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Generaldirektor des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, Dr. Josef Probst, in seinem Referat bei der Vollversammlung der Arbeiterkammer Oberösterreich.

Wie können wir zielorientiert und zum Wohle aller Menschen in Österreich von einem "Gesundheitswesen" zu einem stabilen, nachhaltigen und noch moderneren Gesundheitssystem gelangen? Ehe man sich dieser Frage nähere, müsse man sich vor Augen halten, dass die Österreicherinnen und Österreicher ihr Gesundheitssystem höher schätzen als fast alle anderen EU-Länder, so Probst. Man müsse aber auch die relativ hohen und weiter steigenden Kosten sehen, besonders die Spitalskosten seien im internationalen Vergleich hoch.

Was kommt dabei heraus? Die Lebenserwartung in Österreich sei hoch, die Lebenserwartung in gesunden Jahren allerdings schlechter als im EU-Schnitt. Deshalb sei eine wirkungsorientierte Steuerung wichtig, wenn auch schwierig. Entscheidend sei es, den Menschen Gesundheitskompetenz zu vermitteln, damit sie in allen Lebenslagen gesunde Entscheidungen treffen können, betonte Probst. Gleichzeitig müsse sich das System verändern, überschaubar und verständlich werden.

"Es gibt ausreichend Verbesserungspotenzial, aber wir wissen, wo wir ansetzen müssen", zeigte sich Probst optimistisch. Rückenwind gebe es aus der Bevölkerung, die sich mit großer Mehrheit Reformen im Gesundheitsbereich wünscht. Damit dieser Rückenwind nicht abflaut, müsse man sich immer fragen: Was haben die Menschen davon? Hier nannte Probst unter anderem klare Ansprechpersonen, bessere Betreuungsangebote, mehr Information, Vertrauenswürdigkeit und Nachhaltigkeit.

Abschließend stellte der Hauptverbandsdirektor klar, dass es nicht um Kürzungen gehe, sondern lediglich um eine Dämpfung des Anstiegs: "Die Ausgaben für Gesundheit werden weiter steigen, allerdings in einem geringeren Ausmaß als ohne entsprechende Maßnahmen."

apa.at

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