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APA-Artikel 22. Mai 2013

WKÖ-Gleitsmann: Soziale Sicherheit für Selbständige nachhaltig sichern und ausbauen

Die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) hat im vergangen Jahr ihre Versicherten zu verschiedenen sozialpolitischen Themen in einer Urbefragung abstimmen lassen. Das Ergebnis ist eindeutig: Mit großer Mehrheit (82,9 Prozent) sprachen sich die Versicherten dabei für die Beibehaltung des Selbstbehaltes und gegen Beitragserhöhungen aus.

"Ich bin ein großer Befürworter der Einbindung von Versicherten und Mitgliedern in Entscheidungsprozesse. Die Ergebnisse solcher Befragungen sollten allgemein respektiert werden, auch wenn diese Mehrheitsentscheidung offenbar für einige nicht das gewünschte Ergebnis gebracht hat", betont Martin Gleitsmann, Leiter der sozialpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

SVA-Vorsorgeinitiative erfolgreich

Die SVA-Urbefragung hat zudem ergeben, dass die Versicherten eine weitere Stärkung der Eigenverantwortung in der Sozialversicherung befürworten. Die Versicherten sind dazu bereit, ihren Lebensstil durch Anreize - in Form des halben Selbstbehalts bei Erreichen von vereinbarten Gesundheitszielen - positiv zu beeinflussen. Die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen der SVA-Versicherten hat 2012 um mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. "Dieser Zuspruch zur Präventionsinitiative sollte auch ein Signal an alle sein, sich stärker damit auseinanderzusetzen, wie man Versicherte gesund hält, statt erst dann einzugreifen, wenn Krankheiten geheilt werden müssen", so Gleitsmann.

Neben der finanziellen Komponente bestätigen internationale Beispiele insbesondere auch die Steuerungs -und Kontrollfunktion von Selbstbehalten. Eine Überforderung der Versicherten durch die Selbstbehalte wird durch die Deckelung bei 5 Prozent des Jahreseinkommens verhindert. "Sobald die 5-Prozent-Grenze erreicht ist, sind die weiteren Leistungen von Selbständigen für das restliche Jahr vom Kostenanteil befreit", stellt Gleitsmann klar. Chronisch Kranke und Einkommensschwache können zudem vom Selbstbehalt zur Gänze befreit werden. Gleitsmann: "Wer Selbstbehalte generell in Frage stellt, muss dazu stehen, dass Beiträge erhöht oder Leistungen der SVA gekürzt werden. Beides kommt für die WKÖ nicht in Frage".

Meilensteine für Selbständige erreicht

Der WKÖ ist es nach intensiven Bemühungen gelungen, Meilensteine in der sozialen Absicherung von Selbständigen durchzusetzen. Gleitsmann weist darauf hin, dass seit Beginn des Jahres auch Selbständige einen Anspruch auf ein beitragsfreies Krankengeld haben und dass das Wochengeld verdoppelt wurde. "Zudem konnten wir erreichen, dass der Wochengeldbezug beitragsfrei gestellt wird und die Möglichkeit zur Teilzeit-Selbständigkeit umgesetzt wird", verweist Gleitsmann auf die Umsetzung von WKÖ-Forderungen zur weiteren Absicherung Selbständiger.

Neben der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Selbständige ist es der WKÖ ein besonderes Anliegen, JungunternehmerInnen zu entlasten. "Ich freue mich besonders, dass es uns in langen Verhandlungen mit dem Gesetzgeber gelungen ist, die Möglichkeit eines zinsfreien Aufschubes der Beitragsnachzahlungen auf drei Jahre und zwölf Teilbeträge zu erreichen sowie eine Überbrückungshilfe für Kleinunternehmer bei geringen Einkünften zu schaffen. Somit werden JungunternehmerInnen in den Gründungsjahren finanziell entlastet und können sich auf ihre selbständige Tätigkeit konzentrieren", so Gleitsmann.

apa.at

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