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APA-Artikel 14. Mai 2013

Rasinger: Sensationeller erster Schritt in Hospizbetreuung von Kindern gelungen

Nach jahrelangem Widerstand von Gesundheitsminister Alois Stöger konnte jetzt mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer eine Regelung für Zweckzuschuss auch zur Hospiz- und Palliativbetreuung im Pflegefondsgesetz vereinbart werden. Das ist ein sensationeller erster Schritt. Damit wird auch die Empfehlung Nr. 1418 der Parlamentarischen Versammlung des Europarats aus dem Jahr 1999 (Bericht Edeltraud Gatterer) weiter umgesetzt. Das sagte ÖVP-Gesundheitssprecher Abg. Dr. Erwin Rasinger.

Wie heute im Ministerrat beschlossen, wird der Pflegefonds den Ländern in den Jahren 2015 und 2016 einen Zweckzuschuss zur Verfügung stellen, und zwar für 2015 von 300 Millionen und für 2016 von 350 Millionen Euro. Bereits in den Jahren 2011 wurden bzw. werden durch den zu einem Drittel von Ländern mitfinanzierten Pflegefonds Mittel in der Höhe von 100 Millionen, 2012 von 150 Millionen, 2013 von 200 Millionen, 2014 von 235 Millionen bereitgestellt.

Weitere Schritte werden aber noch folgen müssen, verwies Rasinger auf das langfristige Ziel einer Regelfinanzierung. Gleichzeitig wies er auch auf die nach wie vor bestehenden Versorgungslücken in der Kinderrehabilition hin, etwa nach schweren Erkrankungen oder bei psychischen Problemen. Hier liegen besonders dringliche Herausforderungen für das Gesundheitssystem, auf die aufgrund der Gesundheitsreform in den kommenden Zielsteuerungsverträgen zwischen Ländern und Krankenkassen entsprechend reagiert werden muss.

"In Österreich ist die Pflege und Betreuung eines Kindes mit akuter lebensverkürzender Erkrankung außerhalb von Krankenanstalten bisher weitgehend Privatsache und somit auch privat zu zahlen." Die neue Gesetzesinitiative kann nun beispielsweise wichtigen Institutionen wie u.a. dem "Sterntalerhof" zugute kommen. "In diesem Kinderhospiz, das sich ausschließlich aus Spenden finanziert, wird für schwer-, chronisch und sterbenskranke Kinder und deren Angehörige tolle Arbeit geleistet. Trotz des schweren Schicksals wird ihnen das Gefühl von Unbeschwertheit und Glück vermittelt", betonte der ÖVP-Gesundheitssprecher.

Rasinger wies in diesem Zusammenhang auch auf die wichtige Arbeit der Caritas - mehr als 300 geschulte ehrenamtliche und 100 angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas kümmern sich um schwer kranke und sterbende Menschen - hin und auch auf das mobile Kinderhospiz Netz, das die medizinische Pflege und kompetente Betreuung von palliativen Kindern und Jugendlichen zu Hause in gewohnter Umgebung ermöglicht. Kurz vor Ostern startete auch Wiens mobiles Kinderhospiz MOMO, eine Initiative von Caritas, Caritas Socialis (CS Hospiz Rennweg) und der mobilen Kinderkrankenpflege MOKI Wien.

"All diese Einrichtungen sind wichtig, damit schwerstkranke Kinder und Jugendliche mit ihrer Familie Zeit verbringen können und die notwendige medizinische, pflegerische, psychische und soziale Hilfe erhalten können", verwies der Arzt darauf, dass es allein in Wien und im Umland rund 700 bis 800 Kinder gibt, die an lebensbedrohenden und unheilbaren Krankheiten leiden.

Bereits unter der Regierung von Dr. Wolfgang Schüssel wurde die Familienhospizkarenz geschaffen, die Arbeitnehmern die Möglichkeit gibt, sich für die Begleitung sterbender Angehöriger oder schwersterkrankter Kinder bei aufrechtem Arbeitsverhältnis vorübergehend ganz oder teilweise karenzieren zu lassen. Dazu kommt bei Bedarf eine finanzielle Unterstützung aus dem Familienministerium. Später wurde die Patientenverfügung eingeführt, mit der eine bestimmte medizinische Behandlung vorweg abgelehnt werden kann. Diese Erklärung soll für den Fall gelten, dass sich der Patient nicht mehr wirksam äußern kann. "All diese Maßnahmen sind ein Bekenntnis zum Leben und gegen aktive Sterbehilfe", schloss Rasinger.

apa.at

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