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APA-Artikel 10. Mai 2013

Ärztekammer zu AKH: Konstruktiver Dialog statt mediale Dissonanzen

Die Ärztekammer schaltet sich in die Debatte rund um das Wiener AKH ein: Die Gesundheit sowie die laufenden Verbesserungen und Veränderungen des Gesundheitssystems in der Millionenstadt Wien seien zu wichtig für bloße mediale Auseinandersetzungen, die vielleicht im Einzelfall richtig seien, im Gesamten aber lediglich Fronten schafften und verhärteten, so Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres.

Der Rechnungshofbericht zum AKH und teilweise zur Medizinischen Universität Wien als Dienstgeber des wissenschaftlichen und ärztlichen Personals treffe zwar in einigen Punkten den Kern, gehe aber bei vielen Aspekten an der Sache vorbei. "Das trifft auch auf den Kontrollamtsbericht zum Wiener Krankenanstaltenverbund und zur Wiener Krankenhausverwaltung zu", betont Szekeres. Auf systembedingte Fehler und strukturelle Missverständnisse werde zu wenig eingegangen, ebenso wenig wie auf die bereits erfolgten Kurskorrekturen.

Fakt sei, dass sich die Wiener Gebietskrankenkasse - teilweise ohne eigenes Verschulden - in einer prekären finanziellen Lage befinde, die Beitragszahlungen künftig eher sinken und die Belastungen steigen würden. "Auch die Medizinische Universität ist generell unterfinanziert", meint Szekeres, der gleichzeitig darauf hinweist, dass "noch keine befriedigenden Lösungsansätze für die Hybridsituation Bund/Stadt Wien gefunden wurden".

Die Wissenschaftsstadt Wien brauche eine Universitätsklinik, an der auf hohem Niveau geforscht werde. Das bringe nicht nur entsprechendes internationales Renommee für die Stadt, sondern wirke sich indirekt auch volkswirtschaftlich positiv aus.

Die Wiener Krankenhausreform sei jedenfalls "in sich richtig und gut auf Schiene gestellt". Jetzt gehe es darum, mit vereinten Kräften eine bessere Vernetzung zwischen dem niedergelassenen und dem muralen Bereich umzusetzen und die praktische Ausbildung der Ärztinnen und Ärzte nachhaltig zu reformieren.

Zwtl.: Zu wenig Investitionen in Pflege und Prävention

Wiens Bevölkerung wachse rasant, die Lebenserwartung steige, und es gebe zu wenig qualifizierte Pflegekräfte und zu geringe Investitionen in die Prävention. Szekeres: "Was jetzt notwendig ist, ist ein permanent einzurichtender runder Tisch mit allen am Gesundheitssystem Beteiligten, also der Stadt und Stadtverwaltung, dem Krankenanstaltenverbund, dem Fonds Soziales Wien, der Wiener Gebietskrankenkasse und der Wiener Ärztekammer, Vertretern des Bundes sowie weiteren Gesundheitsexperten, die jenseits des ausschließlichen Ökonomismus denken."

Hier stelle die Ärztekammer gerne ihre Ressourcen zur Verfügung. "Im besten Fall erreicht man durch intelligente Umschichtungen, Auslagerungen von versicherungsfremden Leistungen und administrative Entlastungen eine deutliche Verbesserung des Systems, ohne dass dadurch gravierende Mehrkosten entstehen."

apa.at

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