zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 29. April 2013

Neue Neonatologie am Wiener St. Josef-Krankenhaus

Schwerpunktbildungen und Ausbau der Versorgungskapazitäten prägen die Pläne der Vinzenz-Gruppe mit sieben Ordenskrankenhäusern in Österreich. Das gilt derzeit besonders für die Kindermedizin, hieß es am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien. Im Mittelpunkt stehen dabei eine neue Neonatologie-Abteilung am St. Josef-Krankenhaus und der Plan einer Kinder-Rehabilitation beim Orthopädischen Spital (Speising).

"2011 hat es einen Kinder-Gesundheitsdialog in Österreich gegeben. Als Ziel 14 wurde dabei formuliert, die Versorgung von Kindern in Krankenhäusern kinderfreundlicher zu machen. Wir haben das, unter anderem mit den Spezialisierungen in der Kinderheilkunde. Die Kinderorthopädie (Wien-Speising; Anm.) ist international, die Kinderurologie (Barmherzige Schwestern Linz; Anm.) ist das einzige Zentrum in ganz Österreich. Und von der Stadt Wien haben wir den Auftrag bekommen, eine Kinderabteilung am St. Josef-Krankenhaus (Wien-Hietzing, Anm.) mit 20 Betten und eine Neonatologie mit zehn Betten einzurichten", sagte Vinzenz-Gruppe-Geschäftsführer Michael Heinisch.

Der Hintergrund liegt darin, dass die Geburtshilfe des Krankenhauses zum Göttlichen Heiland in Wien-Hernals ins St. Josef-Krankenhaus verlegt wird. Heinisch: "Wir werden dort 3.000 bis 3.400 Geburten pro Jahr haben. Das ist sicher die größte geburtshilfliche Abteilung in Wien."

Mit 2017 soll es dort dann auch eine Neonatologie-Intensivstation im direkten Umfeld der Geburtshilfeabteilung geben. Das ist heute medizinischer Standard, um auch in Risikofällen eine optimale Versorgung gewährleisten zu können. Maria Dobner, zukünftige Leiterin dieser Abteilung: "Bis zu zehn Prozent der Babys benötigen eine neonatologische Versorgung. Es wird auch im Intensiv-Bereich Mutter-Kind-Einheiten geben. Eine möglichst frühe Bindung zwischen Eltern und Neugeborenem trägt zum Heilungsverlauf bei." Bei Frühgeborenen will man Kinder ab der 30. Schwangerschaftswoche betreuen.

Ebenfalls in Wien-Hietzing ist das Orthopädische Spital Speising angesiedelt, das sich auch auf Kinder spezialisiert - mit rund 3.500 stationären Patienten pro Jahr, 2.500 Operationen und 12.000 ambulanten Patienten. Im Umfeld davon soll ein Kinder-Rehabzentrum entstehen.

Heinisch: "Wir laufen uns für dieses Projekt derzeit die Sohlen wund. Wir haben uns für ein Kinder-Rehabilitationszentrum für den ganzen Osten Österreichs beworben. Wir wollen eine Einrichtung mit hundert Betten und 70 Betten für Angehörige bauen."

Derzeit befinde man sich bei dem Projekt, das schließlich von Sozialversicherungen und Ländern finanziert werden soll, in der Bedarfsprüfung. Der Geschäftsführer über die Reaktionen bei angesprochenen Politikern: "Je weiter die Politiker von Wien weg sind desto freundlicher werden die 'Nasenlöcher'." Ideal wäre demnach jedenfalls die Ansiedlung in der Nähe akutmedizinischer Einrichtungen für Kinder, die Mitbenutzung einer bestehenden Schule und anderer Einrichtungen.

Keinesfalls über mangelnde Auslastung hat auch die Kinder-Urologie in Linz mit jährlich bis zu 5.000 Operationen zu klagen. Dafür gibt es zwei Gründe: Fehlbildungen am Uro-Genitaltrakt bei Babys bedürfen eine sehr frühen Diagnose und einer oft chirurgischen Behandlung beim Spezialisten. Ein Teil dieser Fehlbildungen - vor allem bei Buben - dürfte auf vermehrte Exposition gegenüber Hormonen aus der Umwelt und der Medizin zurückzuführen sein.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben