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APA-Artikel 23. April 2013

"Ärzte-Fass abdichten"

Linzer Medizin-Fakultät: UG-Novelle soll bald in Begutachtung gehen - "Keimlinge gesetzt"

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) will eine bereits erarbeitete Novelle zum Universitätsgesetz (UG) demnächst in Begutachtung schicken. Diese ermöglicht einerseits Uni-Fusionen auf Wunsch der Hochschulen sowie andererseits die Einrichtung auch von Medizin-Fakultäten. Allerdings sind nach Ansicht des Ministers neben der Finanzierung noch wesentliche Fragen vor der tatsächlichen Einrichtung einer Medizin-Fakultät in Linz zu klären.

So müsse die Gesundheitspolitik im Bereich der postpromotionellen Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für Ärzte noch Vorarbeiten leisten, so Töchterle. Immerhin sei das Hauptmotiv für die Einrichtung einer Medizin-Fakultät in Linz die Behebung einer Ärztemangels in Oberösterreich gewesen: "Wir müssen das Fass, in das wir die Ärzte hineinschütten, abdichten. Sonst rinnen die Ärzte weiter ins Ausland ab." Außerdem sei eine neue Medizin-Fakultät auch eine Frage der strategischen Planung des österreichischen Hochschulraums: "Daher muss das auch in der Hochschulkonferenz diskutiert werden." Außerdem müssten die Medizin-Unis eingebunden werden.

Weiters muss nach Ansicht Töchterles auch die Frage des Klinischen Mehraufwands geklärt werden. Dazu werde es Gespräche mit den drei Bundesländern, in denen es derzeit öffentliche Medizinische Universitäten gibt (Tirol, Steiermark und Wien), geben, Vorarbeiten mit dem Finanzministerium würden bereits laufen. Eine Vorleistung für eine Medizin-Fakultät habe man dagegen bereits erbracht: Im Zuge der zu Jahresbeginn in Kraft getretenen neuen Leistungsvereinbarungen seien an der Uni Linz bereits "Keimlinge gesetzt" worden - nämlich zusätzliche Professuren in Gesundheitsökonomie und Medizininformatik sowie die Einrichtung eines Bachelorstudiums Bioinformatik und eines Aufbaustudium Medizin- und Bioethik.

Bundeskanzler Werner Faymann (S) wiederum betonte, dass es in allen Bundesländern "Stützpunkte" für die medizinische Versorgung und für wissenschaftliche Forschung geben solle. Das präsentierte Projekt sei "auf guter Schiene" und vor allem sowohl gut für Oberösterreich als auch für den Rest des Landes. Einen Zeitplan für die weiteren Verhandlungen gebe es nicht: "Etwas auf die lange Bank zu schieben tut in der Politik nie gut, aber ausreden muss man es schon."

Nach Angaben Töchterles sind in der politischen Arbeitsgruppe neben ihm selbst Finanzministerin Maria Fekter (V), Gesundheitsminister Alois Stöger und Staatssekretär Josef Ostermayer (beide S) vertreten, auf der anderen Seite würden Landeshauptmann Josef Pühringer (V) und der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (S) sitzen.

apa.at

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