zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 17. April 2013

Substitutionstherapie - Oberhauser: Kein politisches Kleingeld auf Kosten Suchtkranker wechseln

SPÖ-Gesundheitssprecherin Sabine Oberhauser betont heute, Mittwoch, im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte über Substitutionstherapie für Drogenkranke, dass Österreich in der Sucht- und Drogenpolitik sehr gut und breit aufgestellt ist und diese auch von den entsprechenden Expertinnen und Experten mitgetragen wird. Oberhauser, die selbst Ärztin ist, betont in Richtung Innenministerin Mikl-Leitner und ÖVP-Generalsekretär Rauch, dass "Drogentherapie Sache der Expertinnen und Experten, also der Ärztinnen und Ärzte, ist. Niemand würde einem Arzt oder einer Ärztin bei anderen Erkrankungen vorschreiben, mit welchen Mitteln er den oder die Kranke behandeln soll, und es ist hoffentlich parteiübergreifend unbestritten, dass auch Drogensucht eine Krankheit ist". Die Auswahl des geeigneten Behandlungsmittels müsse "die Ärztin, der Arzt als Expertin bzw. Experte treffen und nicht die Politik" lehnt Oberhauser klar ab, "politisches Kleingeld auf Kosten der Suchtkranken zu wechseln".

Die Themen Sucht- und Drogenpolitik werden laufend und in engem Kontakt mit der Ärztekammer im Bundesdrogenforum besprochen, das zweimal jährlich zusammentritt, um drogenpolitische Fragen zu erörtern. "Dazu gehört natürlich auch das Thema Substitutionstherapie", betont Oberhauser gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Auch der jährliche Drogenbericht informiert laufend über aktuelle Entwicklungen im Drogenbereich. "Wir haben das Feld Drogen und Süchte gut im Griff", stellt die SPÖ-Abgeordnete fest.

Die Ärztekammer spricht sich ebenso dafür aus, dass die Therapiefreiheit erhalten bleiben muss. Innenministerin Mikl-Leitner hat schon einmal vorgeschlagen, die Ersatztherapie für Drogenkranke streichen zu wollen und ist aufgrund breiten Protests wieder zurückgerudert. "Das ist gegen alle Empfehlungen von Expertinnen und Experten und würde Österreich in der Drogentherapie um Jahrzehnte zurückwerfen", kritisiert Oberhauser und plädiert an die Innenministerin, "die Behandlung von Suchtkranken jenen zu überlassen, die sich darin auskennen".

Die Kritik der ÖVP im Besonderen am Ersatzmittel retardierende Morphine ist für die SPÖ-Gesundheitssprecherin nicht nachvollziehbar, da Österreich mit dem Einsatz dieses Medikaments laut Expertinnen und Experten sogar Vorreiter ist. Derzeit diskutieren auch andere europäische Länder, retardierende Morphine einzusetzen. "Auch der Erfolg der Ersatztherapie gibt uns recht: Es gibt weniger Drogentote, HIV-Infektionen und Drogenkriminalität."

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben