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APA-Artikel 15. April 2013

Ärztekammer zu Sparerfolg der Krankenkassen: Kein vorbehaltloser Jubel

Differenziert beurteilt die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) die Übererfüllung der Sparziele durch die Krankenkassen. ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger sieht darin keinen Grund zu vorbehaltlosem Jubel, sondern vielmehr einen Anlass, das Leistungsangebot der Krankenkassen zeitgemäß zu verbessern. Darüber hinaus müsse dringend in den Ausbau der medizinischen Versorgung im niedergelassenen Bereich - etwa in Gruppenpraxen zur Entlastung der Spitäler und ihrer Ambulanzen - investiert werden.

"Es ist nicht die primäre Aufgabe der Krankenkassen zu sparen. Sie haben für eine soziale und solidarische Absicherung sowie eine zeitgemäße Gesundheitsbetreuung der Bevölkerung zu sorgen", sagte der Ärztepräsident am Montag in einer ersten Reaktion.

Vorrangig erscheint Wechselberger der rasche und konsequente Ausbau des Betreuungsangebotes durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. "Alle Welt spricht von der Dringlichkeit, die Spitalsambulanzen zu entlasten. Doch funktioniert das in der Praxis nicht, so lange moderne Formen der Zusammenarbeit für Ärztinnen und Ärzte verhindert werden." Die gegenwärtigen Möglichkeiten seien nicht zeitgemäß und stark restriktiv, weshalb sie sich einer geringen Akzeptanz erfreuten.

Ein weiterer Reformpunkt ist für den Ärztepräsidenten die Umsetzung des Haus- und Vertrauensarztmodells der Österreichischen Ärztekammer. "Auch das ist ein wichtiger Schritt, um den Zugang der Bevölkerung zu medizinischen Leistungen zu vereinfachen und gleichzeitig das medizinische Angebot sinnvoll zu steuern", sagte Wechselberger.

Einen Aufholbedarf ortet der ÖÄK-Präsident beim Leistungsangebot der Krankenkassen. Wechselberger: "Zurzeit gibt es viele moderne und notwendige Positionen in Diagnose und Therapie, die Rationierungen unterworfen sind." Dies reiche von Elementen der ärztlichen Zuwendung - dem ärztlichen Gespräch - bis zu Leistungen zur Abklärung gefährlicher Risikofaktoren - etwa die 24-Stunden-Blutdruckmesseung, so Wechselberger abschließend.

apa.at

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