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APA-Artikel 4. April 2013

Buchmayr: MedUni Linz alleine ist kein Qualitätskriterium

"Eine Medizinische Universität in Linz alleine aufzubauen ist kein Allheilmittel. Die Politik ist gefordert, auch die entscheidenden Rahmenbedingungen zu stellen, ein Umstand der für mich klar nicht ersichtlich ist. Besonders ist Landeshauptmann Pühringer gefordert, sich der Realität zu stellen. Der Ärztemangel auf dem Land ist bereits seit Jahren evident, die Grundversorgung bereits jetzt auf tönernen Beinen. Die Turnusausbildung muss auch im ländlichen Raum ermöglicht werden, der Beruf des Landarztes und besonders der Landärztinnen muss attraktiviert werden. Auch wenn eine MedUni Linz entstehen sollte - und die ist "durchaus sinnvoll - die Probleme werden dadurch allein nicht gelöst", so SPÖ-Abgeordneter Harry Buchmayr, Mitglied des Wissenschaftsausschusses, am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Die knappe Hälfte der ÄrztInnen in Oberösterreich ist heute schon über 50 Jahre alt. "Wenn nicht jetzt die richtigen Gegenmaßnahmen ergriffen werden, kommt es zu einer weiteren Verschlechterung der ärztlichen Versorgung, gerade im ländlichen Raum. Ein ganzheitlicher Ansatz muss auch die Möglichkeit für angehende ÄrztInnen bieten ihre gesamte Turnusausbildung nicht nur im Zentralraum machen zu können." Mit der eben durchgeführten Krankenhausreform wurden viele Bereiche von Krankenhäusern auf Tageskliniken reduziert, was eine Turnusausbildung in eben diesen Krankenhäusern deutlich erschwert. Besonders wenn man vom "Großen Turnus" spricht, also die Ausbildung zum Praktischen Arzt.

"Von Landeshauptmann Pühringer wurde eine Krankenhausreform forciert, die die seit Jahren bekannten Probleme der ärztlichen Versorgung noch beschleunigt. Der Vorschlag der SPÖ, einen Unterausschusses zur Validierung der Krankenhausreform zu bilden, wurde mehrheitlich abgelehnt. Ergebnisse daraus würden wohl andere Prioritäten ergeben.

Eine Attraktivierung des Gesundheitssektors in Oberösterreich könnte auch damit erreicht werden, dass die Arbeitsbedingungen für medizinisches Personal besser gestaltet werden. Besonders die Familienfreundlichkeit und Arbeitsbedingungen von Praktischen Ärztinnen im ländlichen Raum ist nicht gegeben, darf aber kein Gegensatz sein. Ersichtlich sei es an der Landflucht der Landärztinnen, die sich lieber in den Ballungszentren niederlassen und dem Land den Rücken kehren. Auch dass sich inzwischen viele Jungmediziner nach ihrem Studium lieber ins Ausland begeben, sei ein Faktum. "Aber warum sollte der Herr Landeshauptmann all die Probleme angehen, wenn wir doch eine Med-Uni brauchen?", so Harry Buchmayr.

apa.at

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