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APA-Artikel 25. März 2013

FP-Haslinger: Krankenkassen bestätigen mit Zahlen und Fakten den Substitol-Missbrauch

Was Drogenfahnder in Wien schon lange feststellen und von Suchtkranken unverblümt eingestanden wird, bestätigen die nüchternen Zahlen der Krankenkassen. Wie einem Artikel der heutigen Presse zu entnehmen ist, kritisieren die Krankenkassen, dass Ärzte in Wien unverhältnismäßig hohe Dosen von Morphinpräparaten verschreiben.

Konkret werden rund 9.000 von 16.000 Suchtkranken die Medikamente Substitol und Compensan als Drogenersatz verschrieben. Somit erhalten fast die Hälfte der registrierten Substituierten Medikamente, die laut Suchtmittelverordnung als zweite Wahl angeführt sind. Erzeugt werden diese Produkte von der Firma Mundipharma, an der der ÖVP-Abgeordnete Dr. Martin Bartenstein beteiligt ist.

Aber genau diese Medikamente werden auf dem Schwarzmarkt gehandelt und bringen einen großen Erlös für die süchtigen Händler. Suchtkrank, arbeitslos und trotzdem viel Geld sind nicht die Einzelfälle, als die sie gerne dargestellt werden, sondern fast schon die Regel. Die Internetseite "Substitot - unsere öffentliche Anklage" zeichnet ein deutliches Bild der Situation in Wien aus der Sicht von Betroffenen

Dass mit der Suchtbehandlung viel Geld zu machen ist, weiß nicht nur die Pharmaindustrie, sondern zeigen auch die vereinzelt aufgedeckten Kriminalfälle, sowohl bei den Suchtkranken als auch bei den verschreibenden Ärzten/-innen.

 

Im vergangenen Drogenbeirat wurde diese Problematik von Wiens FPÖ-Gemeinderat Gerhard Haslinger erneut angesprochen. Er konfrontierte damit den ärztlichen Leiter der Suchthilfe Wien Dr. Haltmayer. Von diesem wurde die Verschreibungspraxis mit medizinischen Erklärungen jedoch verteidigt. Die nun vorliegenden Zahlen und Fakten belegen, dass in der Substitution dringender Handlungsbedarf - nicht zuletzt zum Wohle der Suchtkranken selbst - besteht.

apa.at

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