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APA-Artikel 22. März 2013

Hüftprothesen - gespag: Ärzte entscheiden über Produkte

"Die Ärzte entscheiden durch ihre Indikation, welches Produkt welcher Patient erhält. Eine Vorgabe des Managements gab und gibt es nicht", wehrte gespag-Vorstand Karl Lehner in einer Pressekonferenz am Donnerstagabend in Linz Vorwürfe einer Zwei-Klassen Medizin durch Einsparungsvorgaben bei Hüftprothesen ab. Auch die erste Einschätzung, dass fünf Prozent der Patienten mit Keramik-Paarungen zu versorgen seien, habe eine Arbeitsgruppe aus elf Primarärzten und externen Experten getroffen. Die gespag garantiere jedem Patienten die bestmögliche Behandlung.

Das auf Ö1 veröffentlichte Protokoll aus der Arbeitsgruppe, das die Diskussion ins Rollen gebracht hatte, sei dort erarbeitet worden, so Lehner. Darin heißt es "maximal fünf Prozent aller Patienten werden mit Keramik-Keramik-Paarungen versorgt." Das sei nicht im Sinne einer Kontingentierung zu verstehen, die fünf Prozent seien nicht in Stein gemeißelt, falls eine medizinische Evaluierung einen höheren Prozentsatz ergebe, dann sei das eben so, hieß es am Abend. Das habe auch nichts zu tun mit der oö. Spitalsreform oder dem dritten Vorstand (dessen Bestellung war angesichts der Sparmaßnahmen umstritten, Anm.). Fachkommissionen gebe es seit acht Jahren. So versuche man durch interne Organisation die Größe des Unternehmens zu nutzen, erklärte Lehner.

Der Projektleiter der Arbeitsgruppe, Primar Vinzenz Auersperg von der orthopädischen Abteilung am Krankenhaus Steyr-Kirchdorf, betonte, dass es in der Medizin üblich sei, Patienten dem Alter nach und im Hinblick auf die Lebenserwartung zu versorgen. Er persönlich halte es für übertrieben zu sagen, jeder Patient unter 75 Jahren brauche eine Keramik-Keramik-Prothese. Freilich zeige Keramik keine Veränderungen im Alterungsprozess, aber eine Polyethylen-Paarung verzeihe mehr. Der Preisunterschied betrage 450 bis 500 Euro pro Prothese, erklärte gespag-Vorstand Harald Geck.

Auch die 700.000 Euro Einsparungen bei künstlichen Gelenken seien eine Ersteinschätzung aus der Arbeitsgruppe, so Lehner. Das solle durch Optimierung im Einkauf - sprich weniger Lieferanten und dafür größere Mengen - erreicht werden. Die Projektarbeiten würden durchgeführt, weil Standardisierungen dazu geeignet seien, hohe Qualität wie auch ausgeprägte Kosteneffizienz zu erreichen, betonte Geck.

Im Mai solle es nächste Gespräche der Expertengruppe geben, so Auersperg. Zuvor erwarte man im April eine nächste Auswertung der Evaluierung, welche Patienten welche Hüft- und Kniegelenke bekommen. Dann wolle man ein Prothesenregister erstellen und versuchen, das im österreichischen Prothesenregister unterzubringen.

apa.at

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