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APA-Artikel 21. März 2013

Hüftprothesen - gespag: Garantiert bestmögliche Behandlung für jeden

Der landeseigene Krankenhausträger, die Oö. Gesundheits- und Spitals-AG (gespag), garantiere jedem seiner Patienten die bestmögliche Behandlung. Durch die individuelle Entscheidung des operierenden Arztes sei gewährleistet, dass jeder Patient die Hüftendoprothese erhalte, die er brauche, erklärte der Projektleiter einer Arbeitsgruppe, Vinzenz Auersperg von der orthopädischen Abteilung im KH Steyr-Kirchdorf, in einer gespag-Presseaussendung am Donnerstag.

Die auf Ö1 genannten fünf Prozent bei den langlebigsten Hüftprothesen seien keine Kontingentierung, sondern eine mögliche Zielschätzung für diesen Bereich. "Keramik-Keramik-Gleitpaarungen zeigen keinen messbaren Mehrwert in internationalen Registern. Hochvernetztes Polyethylen ist eine absolut gleichwertige Alternative", so Auersperg. Zusätzlich erfolge eine laufende medizinische Überprüfung. Die Arbeitsgruppe aus Orthopädie- und Unfall-Chirurgen der gespag habe sich unter Beiziehung von externen Experten intensiv mit dem Thema Gelenksersatz an Knie- und Hüftgelenken beschäftigt.

Es gebe auch keinen Zusammenhang mit der Spitalsreform: Die gespag führe Standardisierungsprozesse laufend durch. Als Spitalsträger sei sie gesetzlich dazu verpflichtet, sämtliche patientenrelevante Bereiche regelmäßigen Überprüfungen zu unterziehen, dazu zähle auch die Prüfung gleichwertiger Alternativen.

"Wenn tatsächlich derartige Quoten existieren, dann ist das ein eindeutiges Zeichen von Zweiklassenmedizin, die wir Sozialdemokraten entschiedenst ablehnen", reagierte SPÖ-Gesundheitssprecherin und Ärztin Julia Röper-Kelmayr auf den Radiobericht. Sie forderte die gespag auf, eventuelle Quoten sofort zurückzunehmen. Für sie ist eine derartige Einsparungsmaßnahme ein weiterer Hinweis, dass ein begleitender Unterausschuss zur Spitalsreform dringend nötig ist.

"Das Wohl der Patienten muss immer an erster Stelle stehen. Das gilt für den gesamten medizinischen Bereich und danach haben sich auch alle entsprechenden Maßnahmen und Entscheidungen zu richten", so die stv. Grüne Landes- und Gesundheitssprecherin Ulrike Schwarz. Jeder Patient müsse die für seine Genesung optimale Hüftprothese bekommen. Sie mahnte aber auch zu Sachlichkeit: "Personalfragen mit medizinischen Sachfragen zu verbinden und gegeneinander auszuspielen, ist kontraproduktiv." Kostendämpfung dürfe niemals auf Kosten der Patienten gehen.

"Ein Offenbarungseid einer völlig unwürdigen und patientenfeindlichen Gesundheitspolitik", empörte sich BZÖ-Landesobfrau Ursula Haubner über die angebliche Kontingentierung von Hüftprothesen.

apa.at

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