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APA-Artikel 21. März 2013

Wallis will Hausärztemangel mit Gruppenpraxen beikommen

Wie die ganze Schweiz leidet auch das Wallis unter einem Mangel an Hausärzten, der sich vor allem in den Seitentälern bemerkbar macht. Der Kanton will dieses Manko nun mit der Förderung von Gruppenpraxen und der Entlastung der praktizierenden Ärzte bekämpfen.

In der Talebene des Wallis ist einzig das Chablais ganz unten am Ufer des Lac Léman betroffen. In den Seitentälern fehlen die Ärzte jedoch schon heute, und weil mehr als die Hälfte älter als 55 Jahre ist, droht gar eine Verschlimmerung des Mangels.

Dieses Problems müsse man sich annehmen, sagte Staatsrat Maurice Tornay (CVP) am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Sitten. Für die Suche nach Lösungen hatte der Kanton eine 15-köpfige Expertengruppe eingesetzt, in der alle Akteure der Gesundheitsbranche vertreten sind.

Diese Kommission schlägt nun vor, Gesundheitszentren zu fördern, in denen Ärzte und andere Fachpersonen wie Physiotherapeuten oder Apotheker arbeiten. Dies soll Ärzte anziehen, die gerne in einer Gruppe oder Teilzeit arbeiten möchten.

Einen solchen Zusammenschluss bevorzugten viele Hausärzte, wie kürzlich eine Studie der Fachhochschule St. Gallen gezeigt habe, sagte Alain Pécoud, Präsident der Expertenkommission. Vor allem junge Mediziner wollten nicht mehr alleine arbeiten

Die Kommission wird im April und Mai mit einer Umfrage das Interesse der Hausärzte an solchen Strukturen näher bestimmen. Weiter sollen Hausärzte entlastet werden, in dem sie Kompetenzen an andere Fachpersonen übertragen.

Dazu werden zwischen Ärzten, Apothekern, Pflegefachpersonen und Physiotherapeuten regionale Treffen organisiert, um das Vertrauen zu stärken. Wie andere Kantone setzt das Wallis auch auf eine verstärkte Ausbildung von Allgemeinmedizinern.

Die künftigen Hausärzte bilden sich nach ihrem Studium in einer Praxis oder einem Spital weiter. Diese Ausbildung wurde 2009 im französischsprachigen Wallis eingeführt und wird seit 2012 auch im Oberwallis angeboten, wie Staatsrat Maurice Tornay sagte.

apa.at

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