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APA-Artikel 20. März 2013

D: Wissenschaftler fordern Tabakentwöhnung als Kassenleistung

Wissenschaftler fordern, dass die Krankenkassen Kurse und Medikamente zur Behandlung einer Tabakabhängigkeit bezahlen. Mehrere Fachgesellschaften bereiteten eine Klage vor, sagte der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Aktionskreises Tabakentwöhnung (WAT), Anil Batra, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Tabakabhängigkeit ist eine Suchterkrankung." Es sei unbestritten, dass Rauchen der wichtigste Risikofaktor für Krankheiten wie Lungenkrebs oder die chronische Atemwegserkrankung COPD sei.

"Tabakentwöhnung ist eine der wichtigsten Therapieformen", sagte Batra, der an der Universität Tübingen lehrt. Wenn ein Tabakabhängiger aufhören wolle zu rauchen, brauche er professionelle Unterstützung. Wer ohne Hilfe aufhöre, werde viel häufiger rückfällig als Menschen, die dabei mit Medikamenten und Psychotherapie unterstützt würden. "Unser Ziel ist, dass die medikamentöse Unterstützung und die psychosoziale Unterstützung finanziert werden müssen", sagte Batra.

Die Kosten für eine nachhaltige Tabakentwöhnung bezifferte der Experte auf 300 bis 450 Euro pro Raucher. "Das ist hoch effektiv angelegtes Geld", sagte er. Krankheits- und Behandlungskosten in weit größerer Höhe würden damit eingespart.

Der Klageinitiative des WAT haben sich unter anderem der Bundesverband der Pneumologen und die Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie angeschlossen.

Gespräch: Sandra Trauner, dpa

apa.at

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