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APA-Artikel 19. März 2013

Erstes Endokrinologie Zentrum Österreichs an Innsbrucker Uni-Klinik

Sowohl Diagnose, als auch Behandlung einer endokrinologischen Erkrankung, einer Krankheit, die durch körpereigene Drüsen ausgelöst wird, können schwierig sein. Dies erklärte Herbert Tilg, Direktor der Inneren Medizin I der Uni-Klinik Innsbruck, am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz. "Deshalb haben wir das Endokrinologie Zentrum Innsbruck (EZI) ins Leben gerufen", fügte er hinzu.

Rund 20 Prozent der österreichischen Bevölkerung leiden laut Tilg an einer derartigen Drüsenerkrankung. "Es gibt auf jeden Fall über 1.000 Krankheitsbilder, die zu den endokrinologischen Erkrankungen zählen. Adipositas und Diabetes sind die beiden häufigsten und noch immer massiv in der Zunahme", sagte der Mediziner.

Symptome einer endokrinologischen Krankheit können sehr atypisch verlaufen und würden oft nicht einmal in der erkrankten Körperregion auftreten, weshalb der Weg zu einer richtigen Diagnose oft sehr lang sein kann, erläuterte Tilg. "Eine Fehlfunktion der Schilddrüse kann beispielsweise Auswirkungen auf die Verdauung, das Herz-Kreislauf-System, aber auch auf die Psyche haben", erklärte Irene Virgolini, Direktorin der Uni-Klinik für Nuklearmedizin.

Das EZI soll nun Ärzte verschiedener Disziplinen vernetzen, um endokrinologische Krankheiten schneller erkennen und gezielter behandeln zu können, meinte Tilg. "Es braucht oft zwei bis drei Experten, um eine derartige Erkrankung gut managen zu können", fügte der Arzt hinzu. Eine Homepage soll in Zukunft Patienten und niedergelassenen Medizinern helfen, den richtigen Ansprechpartner zu finden.

Auch Aus- und Fortbildung sollen ein zentraler Aspekt der neuen Einrichtung werden. "Auf regelmäßigen Informationsveranstaltungen wollen wir Ärzte auf die Erkrankungen aufmerksam machen und auch junge Mediziner in die Materie einführen", kündigte Tilg an. "Wir wollen es schaffen, endokrinologische Erkrankungen mehr ins Bewusstsein der Patienten, aber auch der Ärzte zu rücken", äußerte sich Ludwig Wildt, Direktor der Uni-Klinik für gynäkologische Endokrinologie.

apa.at

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