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APA-Artikel 19. März 2013

Plattform "Therapie statt Sucht" fordert gemeinsames, aktives Vorgehen der Politik

Bewegung in der Drogendiskussion in Österreich ortet die Plattform "Therapie statt Sucht" angesichts der Tatsache, dass sich nun auch ein interdisziplinäres Symposium zum Thema Suchterkrankung sowie eine neue Plattform in Graz diesem wichtigen Thema angenommen haben. "Ich freue mich, dass sich beim Symposium am Grundlsee so viele namhafte Experten mit dem Thema beschäftigt haben", betont Andrea Kdolsky, Sprecherin der Plattform "Therapie statt Sucht". Wir unterstützen die Forderung nach einer österreichischen Drogenstrategie nach internationalen Standards voll und ganz. Uns fehlen aber echte Lösungsansätze zur Verbesserung der Situation für Suchtkranke in Österreich. Bei dem Symposium haben sich Experten auf hohem Niveau ausgetauscht, aber die PatientInnen sind erneut auf der Strecke geblieben. So viele gescheite Menschen - und wieder keine konkreten Forderungen an die Politik!"

 

 Forderungen an die Politik

 

Die Plattform "Therapie statt Sucht" möchte die Bevölkerung sensibilisieren und fordert drei konkrete Maßnahmen für Österreichs Drogenpolitik:

 

- ganzheitliche Therapien auf Rezept

- die Verhinderung von Missbrauch der Substitutionsmittel

- kompetente Beratung der Angehörigen

 

"Leider verlieren wir in der öffentlichen Diskussion die Schicksale der betroffenen Menschen immer wieder aus den Augen. Süchtige sind krank. In einem ersten Schritt bekämpfen wir mit Hilfe der Substitutionstherapie die körperlichen Symptome der Krankheit. Diese ist aber auch psychischer Natur, und gerade das wird im Geburtsland der Psychoanalyse, in der Heimat von Sigmund Freund, gerne vergessen. Und so fällt der zweite Schritt meist weg - in den meisten Fällen scheitern psychosoziale Therapieangebote aus finanziellen Gründen", führt Kdolsky weiters aus. "Ausschließliches Ruhigstellen mit Hilfe von Substitutionsmitteln kommt einer Resignation gleich und kann keine befriedigende Antwort auf das Problem der Drogensucht sein."

 

Laut Berechnungen des Gesundheitsministeriums liegt bei bis zu 34.000 Personen in Österreich ein "problematischer Drogenkonsum" vor. Im Jahr 2010 befanden sich an die 15.000 ÖsterreicherInnen in Substitutionsbehandlung, Erstbehandlung oder fortgesetzter Behandlung - Tendenz steigend. "Das betrifft vor allem die jüngere Generation. Im Hinblick auf die demografische Entwicklung können wir es uns schlichtweg nicht leisten, so viele junge Menschen nicht mehr ins normale Alltagsleben zurück zu führen", so Kdolsky weiter. "Wir dürfen die Probleme der österreichischen Drogenpolitik nicht mehr verleugnen. Fast täglich liest man in der Zeitung von Dealern, die mit Substitutionsmitteln handeln. Hier muss die Politik entschlossen und gemeinsam agieren und nicht die Verantwortung von einer Stelle zur nächsten schieben."

 

Details zu den Forderungen der Plattform "Therapie statt Sucht" sind auf der Website www.therapiestattsucht.at abrufbar. Dort befindet sich ebenso ein öffentlicher Aufruf zur Mithilfe. "Wir wollen uns von der Schwarzweißmalerei der derzeitigen Diskussion abheben, Lösungswege aufzeigen, und hoffen auf Unterstützung durch möglichst viele Menschen", betont Kdolsky abschließend.

apa.at

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