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APA-Artikel 14. März 2013

FSME-Impfung "ersparte" Österreich 4.000 Erkrankungen in zehn Jahren

Die Experten raten eindeutig zur Immunisierung: Durch die Impfung gegen die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME; "Zeckenkrankheit") wurden Österreich binnen zehn Jahren rund 4.000 Fälle der gefährlichen durch die Zecken übertragenen Viruserkrankung "erspart". In jüngster Vergangenheit hat allerdings die Impfwilligkeit in der Bevölkerung in Sachen FSME eher abgenommen, warnte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz Rudolf Schmitzberger, Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer, aus Anlass des Starts der diesjährigen Immunisierungsaktion.

"Beim Umgang mit der Frage der FSME bemerken wir, dass die Menschen nachlässig werden. (...) Probleme haben wir besonders bei der Generation 50 plus", sagte der Arzt. Vergangenes Jahr gab es in Österreich 52 FSME-Erkrankungen mit zwei Todesfällen. Im Jahr davor waren es 113 Erkrankungen bei gar vier Todesopfern gewesen. Die Impfung schützt zu 99 Prozent.

Jemals gegen die FSME haben sich derzeit 85 Prozent der Österreicher impfen lassen. Allerdings ging laut einer groß angelegten Umfrage von 2011 auf 2012 in Österreich die Durchimpfungsrate bei den Vier- bis Sechsjährigen von 84 auf 77 Prozent zurück, bei den unter Dreijährigen von 57 auf 53 Prozent. Insgesamt reduzierte sie sich in der Gesamtbevölkerung von 89 auf 85 Prozent. Das könnte in Zukunft Probleme bereiten.

Österreichische Apothekerkammer, Österreichische Ärztekammer und Hersteller starten in diesen Tagen die neue Impfaktion. Die Vakzine gibt es in den Apotheken zu einem verbilligten Preis von 25,90 Euro für Kinder und 30,70 Euro für Erwachsene. In den Apotheken - Novartis hat mit seinem Produkt Lieferschwierigkeiten - gibt es genügend Impfstoff des Marktführers auf diesem Gebiet (Baxter). Manche Krankenkassen leisten Zuschüsse. Wer mit der Immunisierung beginnt, sollte im ersten Jahr die ersten zwei Teilimpfungen erhalten, im Jahr darauf die dritte. Nach drei Jahren ist die erste Auffrischung "fällig". Bei Personen unter 60 Jahren kann dann alle fünf Jahre aufgefrischt werden, ältere Menschen sollten das alle drei Jahre vornehmen lassen.

Der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Max Wellan, bezeichnete bei der Pressekonferenz die erreichte Durchimpfungsrate bei der FSME als "Riesenleistung". Personen, die sich immunisieren lassen wollen, sollten offenbar nicht zögern. Höhere Temperaturen lassen nämlich sofort die Zecken wieder aktiv werden. Das war in Österreich heuer schon einmal der Fall. Georg Duscher, Parasitologe von der Vetmeduni Wien: "Anfang Februar sind bei uns die ersten Hunde mit der durch Zecken übertragenen Babebiose-Viruserkrankung aufgetaucht. Daraus können wir rückschließen, dass etwa eine Woche zuvor die Zecken aufgrund einer warmen Wetterlage aktiv gewesen sein müssen. Am 30. Jänner ist eine Temperatur von 16 Grad plus gemeldet worden."

(Grafik 0253-13, Format 88 x 88 mm)

apa.at

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