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APA-Artikel 12. März 2013

Linzer Medizin-Fakultät - MedUni Wien: Zuerst durchdenken

In der Diskussion um eine neue Medizin-Fakultät an der Universität Linz plädiert die Vizerektorin der Medizin-Uni Wien, Karin Gutierrez-Lobos, für eine gesamtösterreichische Betrachtung der Frage. "Ich gebe zu bedenken, dass wir eine Österreicher-Quote (für die Aufnahme ins Medizin-Studium, Anm.) haben. Die steht natürlich auch zur Debatte", so Gutierrez-Lobos am Dienstag vor Journalisten. "Ich hätte das gerne zuerst einmal vorher durchgedacht. Man muss schon auch strategisch überlegen, was das für das ganze Land bedeutet."

An den drei öffentlichen Medizinischen Universitäten gibt es derzeit 1.500 Anfänger-Studienplätze (Wien: 740, Innsbruck: 400, Graz: 360). 75 Prozent der Studienplätze sind laut einer Quotenregelung für Personen mit österreichischem Maturazeugnis reserviert, 20 Prozent gehen an Bewerber aus EU-Staaten und fünf Prozent an Kandidaten aus Drittstaaten. Die EU hat deshalb ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich angestrengt, das bis 2016 auf Eis liegt. In dieser Zeit muss Österreich mit Fakten belegen, dass ein Wegfall der Quotenregelung negative Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung hätte. Klar ist: Je mehr Studienplätze zur Verfügung stehen, desto schwerer kann Österreich eine Gefährdung der Gesundheitsversorgung argumentieren.

"Ich bin der festen Überzeugung, dass eine zusätzliche Fakultät die strukturellen Probleme nicht lösen kann", meinte Gutierrez-Lobos. Gerade deshalb müsse man sich damit auseinandersetzen, was eine zusätzliche Fakultät in Linz für das EU-Verfahren bedeute. "Ich will das gar nicht prinzipiell bewerten oder jemanden entmutigen, der das machen möchte. Aber wir haben lange für das Moratorium gekämpft - deshalb sollte man vorher mit der EU abklären, was das für das Verfahren bedeutet."

apa.at

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