zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 11. März 2013

Ganztägige Streiks in den oö. Ordensspitälern

Die Mindestforderung der Beschäftigten in den oberösterreichischen Ordenskrankenhäusern - eine Teuerungsabgeltung, damit sie nicht das vierte Jahr in Folge Einkommenseinbußen erleiden - blieb bei Gesprächen zwischen Arbeitgebern, Land und Gewerkschaft am 6. März weiter unerfüllt. Ein Papier, das den ArbeitnehmervertreterInnen zur Unterschrift vorgelegt wurde und von Landeshauptmann Pühringer als Kompromiss bezeichnet wurde, hätte für die SpitalsmitarbeiterInnen kollektivvertragliche Verschlechterungen und ein Reallohnminus bedeutet.

Bescheidene Forderung

Um ihrer Forderung nach einem fairen Lohnabschluss Nachdruck zu verleihen, streiken die MitarbeiterInnen der oberösterreichischen Ordensspitäler. Am 13. März legen sie erneut die Arbeit nieder, dieses Mal allerdings für einen ganzen Tag. "Unsere Forderung ist dermaßen bescheiden, dass es eigentlich beschämend ist, wie sehr wir darum kämpfen müssen", sagt Sonja Reitinger, Verhandlungsführerin der ArbeitnehmerInnen von der Gewerkschaft vida. Wegen diverser Sparmaßnahmen haben die Beschäftigten drei Jahre in Folge Lohnabschlüsse unter der Inflationsrate und damit ein Reallohnminus von fünf Prozent hingenommen. Gleichzeitig steigt durch diverse Reformen der Arbeitsdruck.

Zum Arbeitskampf gezwungen

Nun drohen den MitarbeiterInnen erneut Reallohnverluste. Vier Jahre in Folge real sinkende Löhne: Das lassen sich die 10.000 Beschäftigten der oö. Ordenskrankenhäuser nicht länger gefallen. "Unsere KollegInnen geben jeden Tag ihr Bestes. Sie und ihre Familien haben sich ein Einkommen verdient, von dem es sich gut leben lässt", fordert Reitinger einen fairen Lohnabschluss. "Die sture Haltung unserer Arbeitgeber und des Herrn Landeshauptmannes zwingt uns in einen Arbeitskampf." Von Streik, weil es lustig ist oder Protest um des Protests willen kann keine Rede sein. "Niemand ist mehr an einer Einigung interessiert als wir MitarbeiterInnen, es geht ja um unser Geld. Aber ein Reallohnverlust ist kein Angebot", stellt Reitinger klar. Die ArbeitnehmerInnenseite ist nach wie vor jederzeit zu Verhandlungen bereit, daran hat sich seit Beginn der Gespräche im Herbst nichts geändert. Klar ist aber auch, dass ein Abschluss unter der Inflationsrate nicht akzeptabel ist.

Ganztägige Arbeitsniederlegungen in allen Ordensspitälern

Am Mittwoch, dem 13. März legen die Beschäftigten der Ordensspitäler ab etwa 7.00 Uhr ihre Arbeit nieder. Der Streik wird den ganzen Tag, bis etwa 16.00 Uhr, dauern. Die MitarbeiterInnen des Krankenhauses Sierning verbinden die Arbeitsniederlegung mit einer Blutspendeaktion. Weil abgesehen von einem Notdienst die Arbeit in allen Bereichen niedergelegt wird, müssen Termine in den Ambulanzen der Ordensspitäler verschoben werden, auch der OP-Bereich ist betroffen. Alles, was nicht unbedingt getan werden muss, um Menschen vor Schaden zu bewahren, wird warten müssen. Notfälle werden selbstverständlich behandelt. Natürlich werden die KrankenhausmitarbeiterInnen alles unternehmen, um die PatientInnen unter den gegebenen Umständen bestmöglich zu versorgen.

PatientInnen zeigen Verständnis

Schon ab Montag werden in allen oö. Ordensspitälern Patienteninfos verteilt. Von PatientInnen und BesucherInnen bekommen die Beschäftigten viel Zuspruch. "Sie verstehen, dass wir uns wehren müssen. Unsere Forderungen sind ohnehin sehr bescheiden, und unsere PatientInnen verstehen unseren Unmut darüber, dass wir mit einem Abschluss unter der Inflationsrate abgespeist werden sollen", berichtet Reitinger.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben