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APA-Artikel 11. März 2013

Oö. Ordensspitäler - Gewerkschaft: Mehrtägige Streiks vorstellbar

In den oberösterreichischen Ordensspitälern sind aus Sicht der Gewerkschaft auch mehrtägige Streiks vorstellbar. Am Mittwoch wird in den acht Häusern aus Unmut über die erfolglosen KV-Verhandlungen von etwa 7.00 bis circa 16.00 Uhr die Arbeit niedergelegt. Dass man sich im Gegensatz zum Land "keinen Millimeter" bewegt habe, stimme nicht, betonte die Verhandlungsführerin der Arbeitnehmervertreter, Sonja Reitinger, in einer Pressekonferenz am Montag in Linz. Man sei im vergangenen halben Jahr von mehreren Forderungen abgerückt.

"Das Land Oberösterreich ist nicht Kärnten, wir sind nicht in Konkurs", pochte Erwin Deicker, Mitglied des Verhandlungsteams, erneut auf eine Teuerungsabgeltung bzw. eine "39-Stunden-Woche ohne Wenn und Aber" nach einem "Abspeisen" unter der Inflationsrate im vierten Jahr in Folge. Die Arbeitgeber hatten den Personalvertretern in der Vorwoche ein Papier mit dem sogenannten Vierzigstel, das in den landeseigenen gespag-Spitälern gilt, als Kernpunkt vorgeschlagen. Man wollte damit die Arbeitszeiten in den Ordenskrankenhäusern an jene der anderen Einrichtungen angleichen, erklärte Gesundheits- und Finanzreferent LH Josef Pühringer (V). Die Gewerkschaft lehnte ab und sprach von Rahmenbedingungen, "die bedeuten, dass unseren Kollegen im Endeffekt noch weniger im Geldbörsel übrig bleibt".

"Wir haben uns das nicht ausgesucht, dass wir am Mittwoch streiken", sagte Reitinger. Das "Minimalst-Angebot" der Gegenseite zwinge das Personal dazu, seine "bescheidene Forderung" auf diese Art und Weise durchzusetzen. Trotz Streiks sei die Notversorgung gesichert, für Patienten, die sich stationär in den Krankenhäusern befinden, wird Dienst wie an einem Wochenende geleistet. Wer dringend ins Spital muss, soll vorher telefonisch Kontakt aufnehmen, so der Rat der Gewerkschaft. Die Mitarbeiter mehrerer Häuser verbinden die Protestmaßnahmen mit Blutspende-Aktionen - auch der Landeshauptmann sei dazu eingeladen, hieß es.

Sollte es notwendig sein, werde auch kommende Woche gestreikt, so Reitinger. Ein Termin sei bereits fixiert. Für Deicker, selbst Betriebsrat im Linzer Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, ist es zudem vorstellbar, an jenen Tagen die Arbeit niederzulegen, an denen die Ordensspitäler in der Landeshauptstadt Aufnahme haben. Man suche nach wie vor das Gespräch mit den Geschäftsführern, an den Verhandlungen könne auch Pühringer teilnehmen, so die Gewerkschafter, die rund 10.000 Beschäftigte vertreten.

apa.at

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