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APA-Artikel 6. März 2013

CH: Spitäler - Unispitäler und Versicherer einigen sich

Die fünf Schweizer Universitätsspitäler und die eidgenössischen Sozialversicherungen haben sich über die Höhe der Fallpauschal-Basispreise geeinigt. Der vereinbarte Preis liegt wesentlich höher, als sich das der Preisüberwacher vorstellt.

Laut einer gemeinsamen Mitteilung der fünf Spitäler in Basel, Bern, Lausanne, Genf und Zürich haben sie sich mit der Schweizerischen Unfallversicherung, der IV und der Militärversicherung auf 11'213 Franken oder mehr geeinigt. Der Preisüberwacher hatte im Dezember maximal 9674 Franken gefordert.

Die fünf Spitäler sprechen deshalb von einem «Vertragsabschluss mit Signalwirkung». Denn zumindest für einen Teil der Universitätsspitäler liegen im Bereich Krankenversicherung keine Einigungen mit den Krankenkassen vor. Und die Tarife sind - etwa im Fall des Berner Inselspitals - nur provisorisch festgesetzt.

Die Universitätsspitäler, und mit ihnen die Kantone, werfen dem Preisüberwacher und den Krankenversicherern schon lange vor, mit Forderungen nach Basispreisen in der Grössenordnung von 9600 Franken die Spitzenmedizin zu gefährden.

Preisüberwacher Stefan Meierhans sagte am Mittwoch auf Anfrage der sda, er sei erstaunt über die Einigung. Er sei fest überzeugt, dass die Versorgung der Bevölkerung mit einem Basispreis - auch «Baserate» oder Basisfallpreis genannt - von 9674 Franken gewährleistet sei.

Erst vergangene Woche hatte Meierhans an seiner Jahrespressekonferenz bekanntgegeben, dass nach seiner Auffassung zu hohe Basispreise zu Kosten von mehreren hundert Millionen Franken zu Lasten der sozialen Krankenversicherung führen.

Bei der Einigung zwischen den Universitätsspitälern und den drei eidgenössischen Sozialversicherern geht es vorab um Unfälle. Doch sind die Leistungen gemäss Meierhans vergleichbar.

Für mindestens zwei Jahre

Die neue Vereinbarung gilt für mindestens zwei Jahre, ist aber grundsätzlich unbefristet. Die mit den Sozialversicherern ausgehandelten Preise orientieren sich an den günstigsten Universitätsspitälern. Wer höhere Kosten hat, wird bestraft, wer günstiger arbeitet, erhält die Hälfte der Differenz zum Mittelwert als Belohnung.

Der Basispreis ist der Preis einer durchschnittlichen akut- stationären Behandlung in einem Spital. Der Basispreis multipliziert mit dem sogenannten Kostengewicht ergibt für den Patienten nach dem Spitalaustritt den in Rechnung gestellten Betrag.

Laut dem Direktor Dienste des Berner Inselspitals, Gerold Bolinger, betrifft die Einigung etwa zehn Prozent der stationären Patienten im Berner Universitätsspital. Das sagte er auf Anfrage.

apa.at

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