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APA-Artikel 1. März 2013

HIV-infizierte Blutkonserve - ÖRK: Verunsicherung blieb aus

"Mit unserem Schritt an die Öffentlichkeit wollten wir verhindern, dass Unsicherheit entsteht", betonte Michael Opriesnig, stellvertretender Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, heute, Freitag. Und dies scheine durch die umfassende Information bezüglich der HIV-infizierten Blutkonserve gelungen. "Wir haben uns gefreut, dass dies von den Medien sehr seriös aufgenommen und nicht skandalisiert wurde."

Auch die Mitarbeiter im Haus, die teilweise schon Jahrzehnte mit Blutspenden befasst sind, habe das Geschehen sehr betroffen gemacht. "Es ist schön, dass die Rückmeldungen bei einer Runde durch die Zentrale ausschließlich positiv waren - auch von den Spendern", so Opriesnig.

Beim Blutspenden war es "hübsch voll", vielleicht waren es eine Spur mehr Spender als an einem normalen Freitag. Einen hatten die Medienberichte erst daran erinnert, überhaupt zu kommen. "Das Schlimmste wäre gewesen, wenn man nicht vermitteln hätte können, dass das Spenden hundertprozentig sicher ist", meinte der stv. Generalsekretär.

Bei der eigens eingerichteten Hotline gingen am Donnerstag 15 bis 20 Anrufe ein und auch heute Vormittag liefen die Leitungen nicht heiß. "Die Menschen wollten sich nur die zusätzliche Bestätigung geben lassen, dass alles ordentlich kontrolliert wird."

Das Risiko, durch eine Bluttransfusion mit dem HI-Virus infiziert zu werden, ist mit 1 zu 2,5 Millionen extrem gering - und doch ist es geschehen: Die Patientin mit Magenblutung hatte eine solche Konserve verabreicht bekommen. Dass diese HI-Viren enthielt, war aufgrund des sogenannten diagnostischen Fensters bei den Routineuntersuchungen nicht feststellbar. Der Spender hatte sich erst so kurz vor der Blutspende infiziert, dass die HI-Viren nicht in ausreichend Zahl vorhanden waren, um durch die dem internationalen Standard entsprechenden Tests durch das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) festgestellt zu werden.

Mit den Angehörigen der Betroffenen hat es bereits ein Gespräch in sehr ruhiger Atmosphäre gegeben, bei dem keine Vorwürfe erhoben wurden. "Wenn sie wollen, wird es auch nächste Woche wieder ein Treffen geben", sagte Opriesnig. Auch mit dem Spender sei man in Kontakt, ob dieser den Fragebogen falsch ausgefüllt habe, könne man nicht sagen.

apa.at

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