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APA-Artikel 1. März 2013

HIV-Infizierte Blutkonserve 3 - Patientin mit Magenblutung betroffen

Erhalten hat die HIV-infizierte Blutkonserve eine Patientin mit Magenblutung. Die Frau hat bereits eine antiretrovirale Kombinationstherapie erhalten und ist nach Angaben von Norbert Vetter, HIV-/Aids-Experte am Otto-Wagner-Spital in Wien, wo diese Behandlung durchgeführt wird, derzeit frei von Symptomen. Er geht davon aus, dass die Patientin eine normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität hat, wie der Spezialist am Nachmittag bei einer Pressekonferenz des Roten Kreuzes sagte.

Das Blut wurde laut ÖRK-Sekretär Werner Kerschbaum am 10. Jänner im Bereich der Spendezentrale für Wien, Niederösterreich und das Burgenland gespendet. Mit dem Spender steht das Rote Kreuz ebenso in Kontakt wie mit Angehörigen der betroffenen Frau. Ihr wurde laut Kerschbaum finanzielle Unterstützung aus einem Fonds angeboten, in den das Rote Kreuz für derartige Fälle einzahlt. Hilfe - über deren Ausmaß nicht das Rote Kreuz entscheidet - wird den Angaben zufolge unter der Bedingung gewährt, dass keine anderen Rechtsansprüche gestellt werden.

Man sei sehr betroffen durch den Fall, versicherte Kerschbaum. "Die absolute Sicherheit - die gibt es bei einer Bluttransfusion nicht und wird es nach Auskunft von Spezialisten auch nicht geben", sagte der ÖRK-Generalsekretär. Die Überprüfung von Spenderblut erfolge nach international anerkannten Kriterien. "Es liegt kein schuldhaftes Verhalten der Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und Burgenland vor", konstatierte der Generalsekretär.

Dass das Spenderblut in diesem einen Fall HI-Viren enthielt, wurde durch einen Test bei der Patientin bekannt. In der Blutspendezentrale wurde daraufhin die sogenannte Rückstellungsprobe - der zurückbehaltene Rest des Spenderbluts - einer Einzelfalltestung unterzogen, die je zweimal positiv und negativ ausfiel. Das Ergebnis lag gestern, Mittwoch, vor.

Diese Testung dauert im Gegensatz zu den Routineuntersuchungen, die innerhalb eines Tages abgeschlossen sind, für einen Fall drei Tage lang und ist deshalb, wie die Fachleute bei der Pressekonferenz erklärten, nicht routinemäßig einsetzbar. Bei einer breiten Anwendung sei der Test länger als die Lebensdauer der Blutkonserven, sagte Kerschbaum. Außerdem würde das Restrisiko - durch das diagnostische Fenster - nur um 15 Prozent gesenkt. Das diagnostistische Fenster ist - wie bei anderen Infektionskrankheiten - neun Tage lang. Pro Jahr werden in Österreich durchschnittlich 400.000 Blutprodukte transfundiert - Tendenz fallend.

Der aktuelle Fall einer HIV-Infektion durch eine Bluttransfusion ist der erste beim Roten Kreuz seit 15 Jahren, nicht aber die absolute Ausnahme: In Oberösterreich habe es 2007 oder 2008 einen solchen Fall gegeben, beim RK selbst zuletzt 1998 - ebenfalls verursacht durch ein diagnostisches Fenster, wie Kerschbaum sagte. In RK-Blutspendezentralen sind in den vergangenen Jahren in 14 Fällen HI-Viren in Blutkonserven gefunden worden. In einem solchen Fall wird der Spender angeschrieben und zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Ein Spender könne für eine Infizierung haftbar sein - schuldhaftes Verhalten vorausgesetzt.

Für allfällige Anfragen an das ÖRK ist dessen Hotline unter der Telefonnummer 0800/190-190 heute, Donnerstag, und am Freitag länger, nämlich bis 20.00 Uhr, besetzt.

apa.at

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