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APA-Artikel 28. Februar 2013

HIV-infizierte Blutkonserve - Tödlicher Angriff auf das Immunsystem

Das "Acquired Immune Deficiency Syndrome" (Aids) ist eine Schwächung bzw. Störung des menschlichen Immunsystems. Ausgelöst wird die Erkrankung durch das "Human Immunideficiency Virus" (HIV), dessen Entdeckung 2008 mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Durch die Vermehrung der HI-Viren in T-Helferzellen kommt es zu einer massiven Verminderung dieser Abwehrzellen im Blut. Letztendlich können für die Patienten selbst ansonsten harmlose Infektionen lebensbedrohlich werden.

Dieses 1983 erstmals isolierte Virus vermehrt sich in einer besonderen Klasse von Immunzellen, den T-Helfer-Zellen, und vernichtet sie. Sie erkennen für gewöhnlich eingedrungene Fremdkörper und mobilisieren das Abwehrsystem dagegen. Mediziner vergleichen diese Attacke mit einem "Großbrand bei der Feuerwehr". Ohne die übergeordnete Hilfe der T-Helfer-Zellen wird der Körper für viele Krankheitserreger "blind".

In der Folge können sich zahlreiche andere Krankheiten weitgehend ungehemmt im Körper ausbreiten. Einst harmlose Infektionen werden für den Patienten damit zur tödlichen Bedrohung. Aids ist bisher nicht heilbar. Der Ausbruch und die Symptome lassen sich mit Medikamenten derzeit aber bereits langfristig hinauszögern.

Von HIV gibt es zwei Typen: HIV-1 und HIV-2. Von HIV-1 sind wiederum mehrere Unterarten bekannt, die sich in den verschiedenen Weltregionen unterschiedlich stark verbreitet haben. Alle diese Viren werden durch infizierte Körperflüssigkeiten wie Blut und Sperma übertragen. Das kann bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, durch gemeinsamen Gebrauch von infizierten Spritzen oder verseuchte Blutprodukte geschehen. HIV-positive Mütter können ihre Kinder während der Schwangerschaft, der Geburt und beim Stillen anstecken.

Die ersten Fälle der Immunschwäche wurden 1981 in den USA bekannt. Vermutlich nahm die Aids-Epidemie aber schon Ende der 1950er-Jahre in Afrika ihren Anfang. Neuere Untersuchungen gehen davon aus, dass das Virus Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts in westlichen Zentralafrika entstand.

apa.at

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